Klimakommune-Praktikant Matt Fleck über die Rückkehr in seine amerikanische Heimat
„Man kann Angst bekommen“

Saerbeck -

Matt Fleck ist wieder in Amerika. Dabei wäre er gerne in Saerbeck geblieben. Wir haben mit ihm gesprochen.

Freitag, 10.04.2020, 08:08 Uhr aktualisiert: 10.04.2020, 08:10 Uhr
Ein Bild aus besseren Zeiten: Matt Fleck im Bioenergiepark inmitten einer Besuchergruppe amerikanischer Studenten.
Ein Bild aus besseren Zeiten: Matt Fleck im Bioenergiepark inmitten einer Besuchergruppe amerikanischer Studenten. Foto: Privat

Er wäre gerne noch in Saerbeck geblieben. Wegen der Coronakrise musste Matt Fleck, seit Februar Praktikant der Klimakommune, nach einer einwöchigen Phase der Unsicherheit schließlich doch in sein Heimatland USA zurückkehren (wir berichteten). Das hatten die Verantwortlichen des Parlamentarischen-Patenschafts-Programm, das vom US-Kongress und vom Deutschen Bundestag ausgerichtet wird und mit dem der 24-Jährige für ein Auslandssemester und ein Praktikum ins Münsterland gekommen war, so entschieden. Wie hat er die Tage vor der Rückreise erlebt? Wie geht es ihm jetzt in Fairfax, Virginia, einem Vorwort von Washington D.C.? Unsere Redakteurin Katja Niemeyer hat den US-Amerikaner im Skype-Interview gefragt.

Die letzten Tage vor Ihrer endgültigen Rückreise in die Reise scheinen turbulent gewesen zu sein.

Fleck: Ganz so dramatisch war es dann doch nicht. Es war nur so, dass ich anfangs davon ausgegangen war, dass ich bleiben kann. Das hatten mir die Betreuer noch am 9. März so mitgeteilt. Ein paar Tage später wurde ich dann überraschend darüber informiert, dass ich alles vorbereiten solle für eine Rückkehr. Leider musste ich dann mein Praktikum kündigen. Es dauerte noch einmal ein paar Tage, bis ich die Reisedaten erfuhr. Dann ging alles ziemlich schnell. Am 19. März flog ich von Frankfurt über New York nach Washington D.C.

In Ihrer Heimatstadt sind Sie offensichtlich gut angekommen, mussten aber zunächst in häuslicher Quarantäne, die jetzt endet.

Fleck: Ja, wie viele andere auch war ich zwei Wochen zu Hause. Ich wohne im Haus meiner Eltern und konnte glücklicherweise zwischendurch nach draußen vor die Tür.

Womit haben Sie die Zeit verbracht?

Fleck: Ich lese viel – zurzeit zum Beispiel das Buch „Besuch der alten Dame“ von Friedrich Dürrenmatt auf Deutsch. Außerdem schreibe ich Bewerbungen und schaue im deutschen Fernsehen die Tagesschau. Natürlich interessieren mich die Nachrichten, gleichzeitig kann ich dabei aber weiterhin auch meine Deutschkenntnisse verbessern.

Wie geht es Ihrer Familie?

Fleck: Meinen Eltern geht es gut. Sorgen machen wir uns um meine Schwester, die in New York City lebt und arbeitet. Sie berichtet von einer katastrophalen Lage. Ihr scheint es aber soweit gut zu gehen. Sie arbeitet im Home-Office, verlässt ihr Appartement nur zum Einkaufen.

Sie verfolgen sicherlich auch die Nachrichten in Ihrem Heimatland.

Fleck: Ja, aber weniger im Fernsehen, als vielmehr in den Zeitungen. Wenn man die Geschichten liest, kann man schon Angst bekommen. Die meisten Leute scheinen die Lage aber ernst zu nehmen.

Welche Regeln herrschen in ihrer Stadt zur Eindämmung des Virus?

Fleck: Wie in Deutschland haben wir keine Ausgangssperre, die meisten Geschäfte sowie Restaurants sind aber geschlossen.

Wären Sie lieber in Deutschland geblieben?

Fleck: Ja, ich denke schon. Ich habe dort Freunde gefunden, das Praktikum ist gut angelaufen und meine Deutschkenntnisse wurden auch besser. Gleichzeitig verstehe ich aber auch die Gründe dafür, dass es in dieser Situation besser ist, zu Hause zu sein.

Kommen Sie zurück, wenn die Krise vorbei ist?

Fleck: Das ist mein Plan.

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