Erste Lockerungen in Sicht
Gastlichkeit kehrt langsam zurück

Davensberg/Ascheberg -

Die Gastronomen in Davensberg und Ascheberg können ab dem 11. Mai ihre Restaurants wieder öffnen. Damit endet eine Zwangspause, die die Betriebe und die ganze Branche stark herausgefordert hat.

Donnerstag, 07.05.2020, 06:22 Uhr aktualisiert: 07.05.2020, 09:29 Uhr
Sichtbares Zeichen setzen: Petra und Elisabeth Elvering (Restaurant Elvering), Clemens und Anke von Freeden sowie Michael und Sylvia Stattmann (Hotel Clemens August) und Franz Josef (Franjo) Schütte Hotel Restaurant Eickholt/Landhotel Jagdschlösschen beteiligten sich an der Dehoga-Aktion der leeren Stühle. Mit dem Food-Truck (kleines Bild) werden neue Wege der Bewirtung angeboten.
Sichtbares Zeichen setzen: Petra und Elisabeth Elvering (Restaurant Elvering), Clemens und Anke von Freeden sowie Michael und Sylvia Stattmann (Hotel Clemens August) und Franz Josef (Franjo) Schütte Hotel Restaurant Eickholt/Landhotel Jagdschlösschen beteiligten sich an der Dehoga-Aktion der leeren Stühle. Foto: privat

Im gemeinsamen Schulterschluss für die Rückkehr der Gastlichkeit beteiligten sich die Gastronomen in Davensberg Ende April an der Dehoga-Aktion „leere Stühle – leere Betten“. Die symbolträchtige Kampagne und die politische Debatte zeigten Wirkung. Denn auch für Gaststätten und Restaurants einigten sich die Ministerpräsidenten und Kanzlerin Merkel gestern auf Lockerungen. Ab dem 11. Mai sollen Restaurants unter Auflagen wieder öffnen können.

Noch am Vortag des politischen Mittwochs-Gipfels hatten sich Wirte und Hoteliers in Davensberg und Ascheberg auf WN-Anfrage nur verhalten optimistisch gezeigt, was ein Ausklingen der Zwangspause angeht. Ende des Monats oder gar erst zu Pfingsten, so die Vermutungen, könnten die Gäste wieder zurückkehren.

Dass die gepflegte Gastfreundschaft Vorgaben an Abstand und Hygiene erfüllen muss, lasse sich stemmen. „Die Auflagen können wir umsetzen“, sagte Elisabeth Frenking sowohl mit Blick auf die „Tenne“ als auch den Biergarten, der sich noch erweitern ließe.

Wie sich die Bewirtung konkret gestaltet und ob unter den Auflagen die Atmosphäre leidet – „man geht wegen des Erlebnisses Essen und nicht, weil man Hunger hat“, so Franjo Schütte – lässt sich für die Gastronomen noch nicht abschätzen. Schütte befürchtet, dass die Gäste, nach einer ersten Rückkehr-Runde, womöglich abgeschreckt sein könnten, falls Entspannung und Behaglichkeit im Lokal auf der Strecke blieben.

Aus kommt zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt

Dass das Corona-bedingte Aus für die Wirte zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt ereilte, gilt besonders für Schütte, der gerade ins Landhotel Jagdschlösschen investiert hat, sowie für die Inhaber des Hotels Clemens-August, die ihr Haus von Grund auf modernisiert haben. Zwischen 60 und gut 80 Mitarbeiter (inklusive Aushilfen), für die Kurzarbeit beantragt wurde, beschäftigen die beiden Betriebe. Trotz des Schlags ins Kontor durch den dann achtwöchigen fast kompletten Umsatzausfall – die Hotel-Auslastung sank auf zehn Prozent oder sogar darunter, so die Angaben der beide Unternehmen – fürchten beiden Betriebe nicht um ihre Existenz: „Ich glaube, dass wir die Krise meistern“, versichert Clemens August von Freeden, ein Geschäftsführer des Hotels Clemens August. Er setzte auch während der Schließung die Renovierung fort und feile an Konzepten, um mit verbesserter Struktur aus dieser Phase heraus zu kommen. Was dem Haus zu schaffen mache, seien Absagen von Hochzeiten und Tagungen, obwohl diese erst spät im Jahr oder gar 2021 stattfinden sollten.

Bisherige Strukturen stehen auf dem Prüfstand

Auch Franjo Schütte stellt zurzeit vieles auf den Prüfstand. „Ich arbeite nicht im Unternehmen, sondern am Unternehmen.“ So glaubt er, dass beispielsweise die Partys in der Almhütte so schnell wohl kaum wiederkommen können. Was für ihn in Krisenzeiten auch zählte, war, dass er mit der örtlichen Volksbank „eine top Bank“ im Rücken hat. „Die hat vom ersten Augenblick an super geholfen.“

Weniger Unterstützung, sondern Stress bereite ihm hingegen eine Betriebsschließungsversicherung, die sich weigere zu zahlen. Ein Fall für den Anwalt – und für Franjo Schütte viel Arbeit, die er lieber seinen Gästen gewidmet hätte.

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