„Cinema Ahlen“ startet sein Autokino
„Film ab“ am Wersestadion

Ahlen -

Das Kino am Alten Hof ist geschlossen – bis auf Weiteres. Das „Cinema Ahlen“ macht aber weiter, und zwar als Autokino am Wersestadion.

Freitag, 08.05.2020, 17:08 Uhr aktualisiert: 08.05.2020, 17:34 Uhr
Edgar Hannemann, Franz Bußmann, Steven Tammen, Martin Temme, Michael Oertel, Carlo Pinnschmidt und Stephan Baukmann (v.l.) ziehen an einem Strang, um den Ahlenern trotz Coronakrise ein Kinoerlebnis zu bescheren. Die LED-Leinwand über dem Technik-Laster bietet auch bei Tageslicht beste Bildqualität.
Edgar Hannemann, Franz Bußmann, Steven Tammen, Martin Temme, Michael Oertel, Carlo Pinnschmidt und Stephan Baukmann (v.l.) ziehen an einem Strang, um den Ahlenern trotz Coronakrise ein Kinoerlebnis zu bescheren. Die LED-Leinwand über dem Technik-Laster bietet auch bei Tageslicht beste Bildqualität. Foto: Christian Wolff

Auf Popcorn müssen die Besucher des Autokinos nicht verzichten, das jetzt auf dem Parkplatz des Wersestadions seine Pforten öffnet. Wohl aber auf eine Getränkeausgabe. Findige Cineasten bringen sich die Flüssigkeitsversorgung daher selbst mit.

Martin Temme gibt sich beim Besuch der Aufbauarbeiten sachlich, kann seine Vorfreude dennoch nicht verbergen. Mit dem Autokino wagt sein „Cinema Ahlen“, das in gewohnter Form seit dem 16. März nur schwarze Leinwände zeigt, den Schritt vom Alten Hof ins Freie, um den Ahlenern trotz der Pandemie-Beschränkungen das eine oder andere Filmerlebnis der besonderen Art zu bescheren. „Die Vorbereitungen haben mehr als drei Wochen in Anspruch genommen“, sagt Temme. Nun stehen 100 bis 120 Stellplätze an der August-Kirchner-Straße bereit.

Einiges an Vorbereitung

Carlo Pinnschmidt wird noch deutlicher: „Man kann nicht einfach einen Parkplatz belegen und eine Leinwand draufstellen. Da gehört einiges an Vorbereitung zu“, sagt er im Namen von Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) und „Pro Ahlen“. Beide unterstützen das Autokino neben einer Reihe von Sponsoren, allen voran die Stadtwerke. Ebenso verlässliche Partner bei der Umsetzung fanden die Filmfreunde mit den Firmen „Order a Party“ von Michael Oertel und „Baukmann-Events“ von Stephan Baukmann. Beide haben derzeit angesichts der Beschränkungen ohnehin viel Zeit, denn die üblichen Veranstaltungen, für die sie gebucht werden, fallen allesamt weg – auf nach wie vor unbestimmte Zeit. Umso motivierter gingen die beiden das Projekt im Schatten der Flutlichtanlagen an.

Die Zusage durch die Landesanstalt für Medien und die Frequenzzuteilung über die Bundesnetzagentur seien normalerweise eine Sache von fünf bis sieben Tagen. „Da aber im Moment ganz viele Städte in Deutschland ähnliche Anfragen haben, hat es halt länger gedauert“, erklärt Baukmann. „Sonst wären wir schon am 1. Mai gestartet.“

Aufwand soll sich lohnen

Sei‘s drum, das Ergebnis zählt. Und Martin Temme plant ohnehin „nicht nur für zwei Wochen“, wie er verrät, auch wenn sein „normales“ Kino möglicherweise zum Ende des Monats unter Auflagen wieder öffnen darf. „Der ganze Aufwand hier muss sich ja auch lohnen.“ Bewusst habe er sich für eine kostenintensivere LED-Leinwand entschieden, die auch am helllichten Tag beste Bildqualität bietet. Baukmann: „So können nachmittags schon Filmangebote für Kinder und Familien geboten werden.“ Der Zuspruch sei bereits da, die ersten Vorstellungen bis auf einige Restkarten sehr gut gebucht. Die erste Karte kostet 15 Euro, der Beifahrer zahlt fünf Euro. Jedes Kind (bis zu drei sind möglich) nur einen Euro

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