Ausgleichszahlungen
Entschädigung für Honorar-Ausfall: Schutzschirm für Ärzte

Dortmund/Münster -

Die Patientenzahlen sind in den vergangenen Monaten eingebrochen. Grund hierfür ist die Angst vieler Patienten, sich mit dem Corona-Virus zu infizieren. Doch jetzt erhalten die Ärzte finanzielle Hilfe.

Montag, 08.06.2020, 15:49 Uhr
Viele Ärzte verzeichneten aufgrund der Corona-Pandemie einen erheblichen Rückgang an Patientenkontakten.
Viele Ärzte verzeichneten aufgrund der Corona-Pandemie einen erheblichen Rückgang an Patientenkontakten. Foto: dpa

Hilfe für Ärzte im Münsterland: Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe und die gesetzlichen Krankenkassen haben gemeinsam einen Schutzschirm für Vertragsärzte und Vertragspsychotherapeuten beschlossen. Bundesweit ist es der erste Schutzschirm dieser Art.

Der Grund: Viele Patienten haben aus Angst vor einer Infektion mit dem Corona-Virus in den vergangenen drei Monaten ärztliche Termine abgesagt oder verschoben. Dies führte wiederum für erhebliche Einbußen bei den Honoraren. Zahlreiche Praxen hatten zuletzt sogar Kurzarbeit anmelden müssen.

Ausgleichszahlungen ab dem 1. Quartal 2020 

„Ziel des Schutzschirms ist es, Praxisschließungen aus wirtschaftlichen Gründen in Folge der Corona-Krise zu vermeiden und die ambulanten Versorgungsstrukturen in Westfalen-Lippe im Sinne der Patienten zu bewahren“, sagte Dirk Spelmeyer, Erster Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe. Spelmeyer würdigte ausdrücklich die Leistungen der Ärzte nach Ausbruch der Pandemie.

Ärzte und Psychotherapeuten erhalten ab dem 1. Quartal 2020 Ausgleichszahlungen für Honorarverluste in Folge der Pandemie, wenn sich das Gesamthonorar einer Praxis in Bezug auf die Leistungen der Krankenversicherung um mehr als zehn Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal verringert hat. Voraussetzung ist, dass diese Einbußen auf einen pandemiebedingten Rückgang der Behandlungsfälle zurückzuführen sind. Auch bei Krankenhäusern in NRW summieren sich die Einbußen durch die Corona-Krise auf Millionen: Patienten sagten sogar lebensnotwendige Operationen aus Furcht vor einer Ansteckung ab.

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