Brückenabsturz in Westbevern-Vadrup
Ursache liegt weiter im Dunkeln - Brücke wurde 2016 überprüft

Westbevern -

Auch nach eingehenden Untersuchungen steht noch nicht fest, weshalb das tonnenschwere Brückenteil in Vadrup abgebrochen und auf die Gleise der Bahnstrecke Münster-Osnabrück gestürzt ist. Die Stadt teilt mit, dass das Bauwerk noch 2016 überprüft worden ist.

Montag, 08.06.2020, 16:30 Uhr aktualisiert: 08.06.2020, 19:26 Uhr
Das riesige Betonteil war am Freitagnachmittag von der Brücke abgebrochen und auf die Gleise gestürzt.
Das riesige Betonteil war am Freitagnachmittag von der Brücke abgebrochen und auf die Gleise gestürzt. Foto: Feuerwehr Telgte

Die Ursache des Absturzes von tonnenschweren Brückenteilen auf die Gleise der Bahnstrecke Münster-Osnabrück ist weiter offen. „Wir haben da nichts Neues“, sagte Jürgen Gerdes, Pressesprecher der Bundespolizei in Münster.

Nachdem im Verlauf des Wochenendes alle Beweise gesichert worden seien, habe man die Unterlagen nun an die Staatsanwaltschaft übergeben, die jetzt entscheiden müsse, ob ein Verfahren wegen gefährlichen Eingriffs in den Schienenverkehr eingeleitet wird. Dieses würde sich, so Gerdes, dann wohl gegen die Stadt Telgte richten. Denn diese sei, so Gerdes, Eigentümerin des in den 1970-er Jahren errichteten Bauwerks, von dem am Freitagnachmittag – WN berichteten – nach Schätzungen der Feuerwehr 20 bis 30 Tonnen Beton in die Tiefe gestürzt waren.

Keine akute Gefährdungslage festgestellt

Die Telgter Stadtverwaltung ist bereits seit Samstag mit Hochdruck dabei, den Hergang und die Ursache aufzuklären sowie die technischen Unterlagen zu den Brückenprüfungen zu bewerten. „Die alle sechs Jahre vorgeschriebene Brückenhauptprüfung hat im August 2016 ordnungsgemäß stattgefunden. Der Bauwerkzustand wurde mit der Gesamtzustandsnote 2,0 („befriedigend“) beurteilt“, so Bürgermeister Wolfgang Pieper in einer Pressemitteilung. „Der Prüfbericht bestätigt insoweit, dass die Standsicherheit und die Verkehrssicherheit gegeben sind.“

Beton stürzt auf Schienen

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Der Prüfbericht der fast 50 Jahre alten Brücke weise aber darauf hin, dass die Dauerhaftigkeit des Bauwerks beeinträchtigt sei. Dabei seien Hinweise zum Beseitigen von festgestellten Mängeln gegeben worden. Eine akute Gefährdungslage sei aber nicht festgestellt worden. „Aus dem Jahr 2016 liegen uns aus der Brückenhauptprüfung rund 15 Prüfberichte unterschiedlicher Bauwerke vor, die Abarbeitung festgestellter Mängel oder Schäden erfolgt dann nach Dringlichkeit in einer Prioritätensetzung“, erklärt die Stadtverwaltung.

Weitere Prüfungen

Für die Brücke in Vadrup war laut Stadt die nächste Brückenhauptprüfung bereits in den Blick genommen worden. Nun erfolgt aufgrund des Absturzes der „Brückenkappe“ eine von der Stadt beauftragte Sonderuntersuchung. Diese soll einerseits nähere Auskunft über die tatsächliche Ursache des Absturzes geben und zugleich die erforderlichen Reparatur- oder Sanierungsschritte aufzeigen. „Die Umstände sehen derzeit aber leider nicht danach aus, dass die Brücke ganz schnell wieder freigegeben werden kann“, dämpft der Bürgermeister die Erwartungen.

Der betroffene Brückentyp ist in den 1970-er Jahren vielfach als Systembrücke gebaut worden und findet sich an vielen Bahnstrecken in Deutschland. Die vorkragende „Betonkappe“ schützt dabei vor möglichen Gefahren, die von der Oberleitung ausgehen können. Eine mögliche konstruktive Schwachstelle stelle dabei die Nahtstelle zwischen dem straßenseitigen Schrammbord und der aufgesteckten vorkragenden „Kappe“ dar. Ob diese Nahtstelle im vorliegenden Fall unfallursächlich gewesen sei, bedürfe derzeit noch weiterer Prüfungen. „Nach Auskunft der Fachleute können eventuelle Korrosionsschäden der unterhalb der Kappe liegenden Verankerungen bei einer Brückenprüfung nicht festgestellt werden, ohne die Kappe selbst zu beschädigen“, teilt der Bürgermeister mit.

Die Stadt veranlasst als Folge der Ereignisse die Überprüfung alle Brückenbauwerke in der Baulastträgerschaft der Stadt.

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