Anlegung einer Wildblumenwiese: Manuela de Blank stößt bei Nachbarn auf offene Ohren
Blütenmeer am Klippkamp

Borghorst -

Am Klippkamp in Borghorst ist ein schönes Blütenmeer entstanden. Dafür gesorgt hat Manuela de Blank. Das Besondere: Das Grundstück, auf dem die biologische Vielfalt gedeiht, gehört nicht der Borghorsterin, sondern dem Nachbarn. Die Familie Schulte hat der Naturliebhaberin das brach liegende Terrain zur Verfügung gestellt. Mit ein wenig Arbeit und Geduld hat sich dort ein Hotspot für Insekten entwickelt.

Montag, 08.06.2020, 16:44 Uhr
Manuela de Blank (l.) freut sich mit ihren Nachbarn Franz-Josef, Petra und Florian Schulte über die Fortentwicklung der privat angelegten Wildblumenwiese.
Manuela de Blank (l.) freut sich mit ihren Nachbarn Franz-Josef, Petra und Florian Schulte über die Fortentwicklung der privat angelegten Wildblumenwiese. Foto: rs

Rote Karte für Schottergärten. Blühstreifen und Bienenwiesen sind stattdessen das Gebot der Stunde. Ihr ökologischer Nutzen gerade für Insekten ist unbestritten.

Getreu dieser Einsicht hat Manuela de Blank am Klippkamp eine Blumenwiese angelegt, die sich prächtig entwickelt hat. Auf rund 150 Quadratmetern blühen dort Kornblumen, Margeriten, Klatschmohn, Tausendschön und viele weitere Wildblumen förmlich um die Wette. Regelmäßig wird die Wiese gewässert und gepflegt. Das Ungewöhnliche daran: Das Grundstück, auf dem die biologische Blumenvielfalt gedeiht, gehört nicht der Borghorsterin. Die Nachbarn sind vielmehr Eigentümer: Die Familie Schulte hat das zuvor brach liegende Terrain der Naturliebhaberin zur Verfügung gestellt, nachdem diese Anfang 2018 einfach mal angefragt und ihr Vorhaben geschildert hatte.

„Wir sind dem Anliegen von Manuela de Blank gerne gefolgt“, sagt Franz-Josef Schulte. Es handelt sich bei dem rund 400 Quadratmeter großen Areal um eine ehemalige Erweiterungsfläche für seinen Schlosserei-Betrieb, die aber für diesen Zweck nicht mehr in Anspruch genommen wird. Verkauft werden kann sie wegen der Nähe zum Handwerksbetrieb nicht. Daher hatte der Betriebsinhaber, selbst auch Naturfreund, keine Bedenken, der Nachbarin das Grundstück für ihr Ansinnen zu überlassen.

Gesagt, getan: Manuela de Blank säte zunächst nur in einer Ecke Saatgut aus, bewässerte es und ließ fortan der Natur freien Lauf. Die von den Blumen über die Saison produzierten Samen hat sie gesammelt und im Folgejahr dafür genutzt, um den Bestand zu vergrößern.

Jetzt, im dritten Jahr, hat sich die Bienenwiese bereits prächtig entwickelt. „Viel Arbeit macht es gar nicht, nur an die Bewässerung muss man denken“, berichtet die Initiatorin.

Mit Freude beobachtet sowohl sie als auch ihre Nachbarn, dass sich die einstige Rasen-Brachfläche zu einem Hotspot insbesondere für Insekten entwickelt hat. Aber auch Hase und Igel sagen sich dort nicht nur gute Nacht. Sogar eine Eule auf der Jagd hat Manuela de Blank schon beobachten können.

Die Borghorsterin, die vor sechs Jahren zusammen mit ihrem holländischen Mann nach Steinfurt gezogen ist, hofft, mit ihrer Initiative auch andere von dem großen ökologischen Nutzen einer solchen Bienenwiese überzeugen zu können. Angesprochen worden ist sie schon vielfach auf das Blütenmeer – und hat durchweg Lob für ihren Einsatz erhalten. Wenn ihrem Beispiel folgend wenigstens ein paar Schottergärten weniger in der Umgebung gibt, sei schon viel erreicht, sagt sie.

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