Arbeiten am Bahndamm zwischen Münster und Lünen
Schlechte Nachricht für Pendler

Ascheberg -

Monatelang hat die Deutsche Bahn sich mit Informationen zum Sanieren des Bahndamms bei Davensberg schwer getan. Jetzt hat sie berichtet. Mit einer schlechten Nachricht für Pendler, die länger zwischen Davensberg und Lünen mit dem Bus unterwegs sein werden.

Mittwoch, 17.06.2020, 10:48 Uhr
Das Einrammen der Spundwände ist zu 80 Prozent erledigt.
Das Einrammen der Spundwände ist zu 80 Prozent erledigt. Foto: Deutsche Bahn

Der Bahndamm zwischen Ascheberg und Davensberg ist weitgehend wieder stabil, das obere Schotterbett während des aktuellen Sanierens aber so auffällig geworden, dass es neu aufgebaut werden muss. Das bedeutet für Pendler, wie die Deutsche Bahn gestern bei einer virtuellen Pressekonferenz mitteilte: Die Strecke zwischen Münster und Lünen wird nicht am 12. August freigegeben. Die Busse zwischen Davensberg und Lünen werden bis zum Ende der Herbstferien im Einsatz sein. Neues Schlussdatum, so Norbert Strathmann, ist der 26. Oktober.

Der Sommerfrost 2018 hat für tiefe Risse im Bahndamm gesorgt. Der Fernverkehr wurde von der Strecke genommen, der Nahverkehr musste ein Tempolimit beachten. Anfang Januar wurde zwischen Ascheberg und Davensberg sowie zwischen Werne und Lünen begonnen, auf insgesamt fünf Kilometern mit einem neuen Verfahren für die Rückkehr der Stabilität zu sorgen.

8500 Spundwände werden dazu auf beiden Seiten des Gleises in den Bahndamm gerammt. 80 Prozent der Stahlplatten, so Projektleiter Markus Vierhaus, seien an ihrem Patz. Zum Konstrukt gehören auch alle 3,5 bis fünf Meter Ankerstangen, insgesamt 1500 Stück, die die Spundwände unterhalb der Gleise verbinden. Hier ist gerade die Halbzeit erreicht, 750 Ankerstangen sind verbaut. Bis dahin waren und sind die Arbeiten im Plan, versicherten die Bahnvertreter.

Das neue Problem ist bei der Bahn seit Ende April bekannt und seither wird an einer Lösung gearbeitet. Was bei den Probebohrungen im Vorfeld der Arbeiten nicht aufgefallen sei, so Strathmann, habe sich gezeigt, als beim Einbringen der Ankerstangen mehr vom Zustand des Schotterbetts zu sehen gewesen sei. Das Steingemisch liege förmlich auf Wellen. Der Zustand sei so schlecht, dass der Oberbau auf der gesamten sanierten Strecke neu aufgebaut werden müsse. Soll heißen: Der Schotter wird komplett abgefahren und bei einem örtlichen Unternehmen gereinigt. In der Zwischenzeit werden die freigelegten Wellen mit einer schwer wasserdurchlässigen Schicht ausgeglichen. Die Bahn verlegt das Kabel für Signalanlagen und Telekommunikation entlang der Gleise neu. Die dafür notwendigen Kabelkanäle müssen ebenfalls neu installiert werden. Dann werden Schotter, Schwellen und Schienen aufgebaut. Das soll im Herbst fertig sein.

Ersatzverkehr wird verlängert

Die Eurobahn, die mit der Linie RB 50 auf der Strecke fährt, ist von der Deutschen Bahn über die längere Ausfallzeit der Bahnstrecke erst wenige Stunden vor der Öffentlichkeit informiert worden. „Wir setzen alles daran, mit unseren Buspartnern den Schienenersatzverkehr zu verlängern“, berichtete Sprecherin Nicole Pizzuti auf WN-Anfrage. Es solle auch für die Zusatzzeit bei drei Buslinien von Davensberg nach Lünen, Werne und Selm bleiben. Die intensive Vorarbeit beim Finden der Strecken habe sich ausgezahlt.

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Für das Umfeld heißen die neuen Arbeiten: Bei zwei Zugängen (Bahnhof / Nähe Hof Stilling, Davensberg) wird der Schotter in eine Richtung weggefahren und von der anderen Seite zurückgebracht. Das Baugeschehen wird damit zu einer Einbahnstraße.

Bisher ist die Bahn von einem Kostenrahmen bis 30 Millionen Euro ausgegangen. Wie teuer das Gesamtprojekt nun wird, bezifferten die Bahnvertreter gestern nicht. Dass an weiteren Stellen der Strecke außerhalb des jetzigen Sanierbereichs im Schotterbett ähnliche Wellen zu finden sind, glauben die DB-Experten nicht.

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