Wichernschule wird nicht geschlossen
Ein weiterer Schüler mit dem Coronavirus infiziert

Nordwalde -

An der Wichernschule hat sich ein weiteres Kind mit dem Coronavirus infiziert. Zuvor war bei zwei Schülern das Virus nachgewiesen worden. Trotz des dritten Corona-Falls wird die Grundschule nicht geschlossen. Anders als es sich Schule und Gemeinde gewünscht hätten.

Mittwoch, 17.06.2020, 17:44 Uhr aktualisiert: 17.06.2020, 18:11 Uhr
Schulleiter Johannes Neumayer hätte sich gewünscht, dass die Nordwalder Wichernschule nach dem dritten Corona-Fall geschlossen wird. Das Gesundheitsamt und der Krisenstab des Kreises Steinfurt entschieden aber anders.
Schulleiter Johannes Neumayer hätte sich gewünscht, dass die Nordwalder Wichernschule nach dem dritten Corona-Fall geschlossen wird. Das Gesundheitsamt und der Krisenstab des Kreises Steinfurt entschieden aber anders. Foto: gs

Es ist der dritte Corona-Fall an der Wicherngrundschule: Am Mittwoch wurde bei einem Schüler eine Infektion nachgewiesen. Zuvor war am vergangenen Samstag bei zwei Geschwistern – die in eine zweite und eine vierte Klasse gehen – das Coronavirus bestätigt worden. Daraufhin waren einige Mitschüler sowie Lehrkräfte, die in Quarantäne geschickt wurden, auf das Virus getestet worden. Einer dieser Tests fiel positiv aus, ein Kind hat sich angesteckt.

Ob weitere positive Corona-Tests hinzukommen, ist unklar. Noch liegen nicht alle Ergebnisse vor, sagte Schulleiter Johannes Neumayer. Durch den neuen Corona-Fall stehen weitere Tests in der betroffenen Familie, aber auch bei Schülern an. „Es bilden sich neue Kontaktgruppen“, sagte Ordnungsamtsleiterin Dagmar Hilgenbrink. „Das Kind hat andere direkte Tischnachbarn.“

Grundschule wird nicht geschlossen

Der dritte positiv getestete Schüler hat ein Geschwisterkind, das ebenfalls die Wichernschule besucht. Sollte das Geschwisterkind positiv getestet werden, sind in einer weiteren zweiten Klasse Tests erforderlich. Zunächst läuft der Unterricht aber weiter, nicht nur in dieser zweiten Klasse. Denn trotz des dritten Corona-Falls wird die Grundschule nicht geschlossen. „Wir hätten es uns anders gewünscht“, sagte Neumayer, der sich am Mittwochvormittag mit dem Krisenstab der Gemeinde Nordwalde zusammengesetzt hatte, um die Situation zu besprechen.

„Wir hätten das mitgetragen“, sagte Hilgenbrink über die Schulschließung. Das Gesundheitsamt und der Krisenstab des Kreises Steinfurt entschieden aber anders: Der Unterricht an der Wichernschule geht weiter. „Das ist der Stand heute“, sagte Hilgenbrink am Mittwoch. Sollte sich das Coronavirus an der Grundschule weiter ausbreiten, werde die Entscheidung überdacht.

Seit Montag laufen die Telefone heiß.

Schulleiter Johannes Neumayer

„Man kann das auch ein kleines bisschen verstehen“, sagte Hilgenbrink über den Entschluss von Gesundheitsamt und Krisenstab des Kreises. „Von 202 Schülern sind drei infiziert. Was passiert, wenn wir in der nächsten Zeit immer mal wieder drei infizierte Kinder haben?“ Die Ordnungsamtsleiterin äußerte aber auch Verständnis für Bedenken von Eltern: „Die haben natürlich berechtigte Sorgen.“

Ein normaler Betrieb sei an der Wichernschule momentan nicht möglich, sagte Johannes Neumayer: „Seit Montag laufen die Telefone heiß.“ Und: „Die Angst ist riesengroß.“ Die Grundschule hält sich an den Hygieneplan. Weitere Maßnahmen könnten nicht umgesetzt werden. Wenn alle Kinder zur Schule gehen, könnten keine 1,50 Meter Abstand mehr in den Klassen eingehalten werden. Im Unterricht ist das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung freiwillig, auf den Fluren, auf dem Schulgelände und in den Pausen ist es Pflicht, sagte Neumayer.

Derzeit sechs Infizierte in Nordwalde

Es zeige sich, „dass das Konzept, in festen Gruppen zu unterrichten, aus heutiger Sicht der richtige Weg ist“, erklärte Tilman Fuchs, Gesundheits-Dezernent des Kreises Steinfurt in einer Pressemitteilung. „Unser Ziel ist, Unterricht auch in diesen Corona-Zeiten für möglichst viele Kinder realisieren zu können.“ Dafür sei es nötig, in festen Gruppen zu beschulen und darüber hinaus so wenig Kontakte wie möglich zuzulassen.

Neben dem dritten Schüler wurde ein weiteres Familienmitglied der zwei Geschwister positiv auf das Coronavirus getestet. Mit derzeit sechs Infizierten führt Nordwalde die Statistik im Kreis Steinfurt nun an.

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