Corona-Ausbruch: Sendker fordert harte Konsequenzen
Schaden für Wirtschaft „kolossal“

Kreis Warendorf -

Scharfe Kritik übt der heimische CDU-Bundestagsabgeordnete Reinhold Sendker (Westkirchen) nach dem erneuten Corona-Ausbruch: „Das Verhalten der Tönnies-Leitung und allen voran von Tönnies-Chef Clemens Tönnies beschädigt die gesamte Region nachhaltig.“

Mittwoch, 24.06.2020, 18:22 Uhr
Reinhold Sendker
Reinhold Sendker Foto: Büro Sendker

Der wirtschaftliche Schaden für die Region, für die dort ansässigen Unternehmen und Bewohner, sei „kolossal“. Sendker fordert in einer Pressemitteilung harte Konsequenzen, sowohl für den fleischverarbeitenden Betrieb in Rheda-Wiedenbrück als auch die gesamte Branche. Die Vergangenheit habe gezeigt, dass gutes Zureden in dieser Branche nicht helfe. „Tönnies & Co müssen endlich ihrer Personalverantwortung gerecht werden. Das geht anscheinend nur mit strengen Auflagen.“ Deshalb müssten jetzt zügig die im Mai von der Bundesregierung beschlossenen Eckpunkte eines Arbeitsschutzprogramms für die Fleischwirtschaft in Gesetzesform gegossen werden.

Menschenunwürdigen Zustände nicht länger hinnehmbar

Nach den Plänen der Bundesregierung sollen das Schlachten und die Verarbeitung von Fleisch in Betrieben der Fleischwirtschaft im Sinne des Arbeitnehmer-Entsendegesetzes ab dem 1. Januar 2021 nur noch von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern des eigenen Betriebes zulässig sein. Die menschenunwürdigen Zustände sind für Sendker nicht länger hinnehmbar. Deshalb seien die verpflichtende Einführung einer gerechten Entlohnung und einer digitalen Zeiterfassung ganz wesentliche Aspekte des Gesetzesvorhabens. Zudem müsse geprüft werden, inwiefern das Unternehmen schadensersatzpflichtig sein könnte.

Lockdown des gesamten Kreises unverhältnismäßig

Den Lockdown des gesamten Kreises Warendorf bewertet Sendker als unverhältnismäßig. Zwar sei ein regionaler Lockdown durch die hohen Infektionszahlen unabwendbar gewesen. Kritisch sieht der Westkirchener jedoch die mangelnde Differenzierung. Ein Lockdown für an den Kreis Gütersloh grenzender Kommunen hielte er für angemessener.

Stigmatisierung nicht hinnehmbar

Sendker nimmt auch Stellung zur Stigmatisierung von Bürgerinnen und Bürger außerhalb der Kreisgrenzen. Dies sei überhaupt nicht mehr hinnehmbar, heißt es in der Pressemitteilung. Die Mitbürgerinnen und Mitbürger im Kreis Warendorf seien Opfer und nicht Täter, weist der Bundestagsabgeordnete erste Attacken auf Mitbürger aus dem Kreis Warendorf außerhalb der Kreisgrenzen scharf zurück.

Ausbremsen des Infektionsgeschehens hat Priorität

Jetzt gelte allerdings dem Einkreisen und Ausbremsen des Infektionsgeschehens das Hauptaugenmerk. „Wenn wir heute strenge Maßnahmen ergreifen und verantwortungsvoll handeln, kann der Spuk Ende Juni vorbei sein“, äußert sich der Bundestagsabgeordnete vorsichtig optimistisch. „Doch wir müssen uns immer wieder verdeutlichen, dass dieses Virus vor keiner Dorfgrenze halt macht.“ Oberste Priorität habe aktuell das deutliche Hochfahren der Testkapazitäten. Reinhold Sendker begrüßt ausdrücklich, dass es schnell gelungen sei, eine breite Testung auch mithilfe der Hausärzte durchzuführen. Dafür und für die vielen Einsätze dankt der Abgeordnete dem Krisenstab des Kreises und den vielen Helferinnen und Helfern, die in der Pandemie-Bewältigung im Kreis Warendorf unterwegs sind.

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