27-Jähriger wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis vor Gericht
Mit Geldstrafen nicht mehr beizukommen

Ochtrup -

Für solche Delikte musste sich ein 27-jähriger Ochtruper in der Vergangenheit immer wieder verantworten. Ohne gültige Fahrerlaubnis wurde er zu Jahresbeginn und im März von der Polizei am Steuer eines Autos angetroffen. Vor dem Amtsgericht Steinfurt wirkte der Ochtruper lange teilnahmslos – bis die Staatsanwaltschaft ihr gefordertes Strafmaß vortrug.

Freitag, 26.06.2020, 09:05 Uhr aktualisiert: 26.06.2020, 09:10 Uhr
Ein 27-jähriger Ochtruper ist wiederholt ohne Führerschein Auto gefahren. Jetzt musste er sich dafür vor dem Amtsgericht Steinfurt verantworten. Foto: Alex Piccin
Ein 27-jähriger Ochtruper ist wiederholt ohne Führerschein Auto gefahren. Jetzt musste er sich dafür vor dem Amtsgericht Steinfurt verantworten. Foto: Alex Piccin Foto: Alex Piccin

Zum wiederholten Male wurde ein 27-jähriger Ochtruper beim Führen eines Pkw ohne gültige Fahrerlaubnis von der Polizei erwischt. Jetzt musste er sich für zwei solcher Fälle Ende Januar und Ende März dieses Jahres vor dem Amtsgericht Steinfurt verantworten.

Nach seinem verspäteten Eintreffen vor Gericht wohnte der Angeklagte beinahe teilnahmslos und mit kurzen Antworten der Sitzung bei. Erst als der Richter ihm das sogenannte letzte Wort zustand, wurde der 27-Jährige gesprächiger. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft hatte unter der Berücksichtigung des Geständnisses eine dreijährige Führerscheinsperre sowie 750 Euro Geldstrafe und sechs Monate Freiheitsstrafe gefordert, auszusetzen zur Bewährung. „Das finde ich nicht angemessen“, sagte der Ochtruper. „Sie können sich nicht vorstellen, wie das ist, drei Jahre ohne Führerschein zu sein. Für meine Tätigkeit als Arbeitnehmer wäre das sehr erschwerend.“

„Leichtsinnige Entscheidung“

Zu Beginn der Verhandlung hatte der Angeklagte noch von seinem Schweigerecht Gebrauch machen wollen. Als der Richter darauf hinwies, dass in diesem Fall ein neuer Termin mit Zeugen gemacht werden müsste, ließ der 27-Jährige sich ein. Den Grund für das Fahren ohne Führerschein wusste er nicht zu nennen. Einmal sei er nach Hause gefahren, einmal zum Bäcker. Ein Fahrrad besitze er nicht. Es sei eine leichtsinnige Entscheidung gewesen.

Laut Bundeszentralregister sei der Angeklagte 2014, 2016 und 2017 bereits mehrfach in Verkehrsdelikten in Erscheinung getreten. Die damals verhängten Geldstrafen – zuletzt 100 Tagessätze à zehn Euro – hätten offenbar keine Wirkung erzielt, so die Staatsanwaltschaft. Der Richter folgte in seinem Urteil zum vorsätzlichen Fahren ohne gültige Fahrerlaubnis nahezu den Forderungen der Anklage, verkürzte die Führerscheinsperre allerdings auf 24 Monate.

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