Hitze hält Soldaten nicht auf
Ahlener Aufklärungsbataillon 7 hilft bei Corona-Tests

Ahlen / Rheda -

Ganz schön ins Schwitzen kommen derzeit die Angehörigen des Aufklärungsbataillons 7, die an den Corona-Hilfsmaßnahmen beteiligt sind. Rund 50 Soldaten aus Ahlen arbeiten an mobilen und stationären Abstrichstellen.

Donnerstag, 25.06.2020, 21:00 Uhr aktualisiert: 25.06.2020, 21:51 Uhr
Nach einem langen und anstrengenden Tag durfte der Vollschutz unter Beachtung des Windes – zum Schutz der Helfer vor möglichen Keimen und Viren auf der Kleidung – abgelegt werden. Ab in den Müll und einmal tief Luft holen.
Nach einem langen und anstrengenden Tag durfte der Vollschutz unter Beachtung des Windes – zum Schutz der Helfer vor möglichen Keimen und Viren auf der Kleidung – abgelegt werden. Ab in den Müll und einmal tief Luft holen. Foto: Bundeswehr / Michelske

Bereits seit Samstag unterstützen gleich drei Kompanien des Ahlener Aufklärungsbataillons 7 die Vorgänge zur Viruseindämmung im Landkreis Gütersloh. „Die vor Ort eingesetzten Kameraden sind hochmotiviert“, sagt Oberleutnant Astrid Michelske, im Bataillon zuständig für Presse und Personalwesen.

Am Mittwoch hat die Soldatin ein Team, bestehend aus zwei Soldaten und einem Unterstützer des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), begleitet. „Die Helfergruppen nehmen Abstriche für Corona-Tests. Sie sind eine bunte Mischung aus verschiedensten Verbänden“, berichtet sie. So blickte Astrid Michelske dem Hauptgefreiten Aaron W. vom 8./Sanitätsregiment 2, Stabsunteroffizier Jana D. aus der 1./Panzerbataillon 203, Feldwebel Jan P. aus der 2./Aufklärungsbataillon 7 sowie Fähnrich Philipp S. und Oberfeldwebel Alexander M. über die Schulter.

Trotz Wetter und Sprachbarrieren sind alle motiviert

Wie läuft das ab? In Windeseile wird zunächst das Material zusammengepackt, dann geht es schon ab in den Achtsitzer, der das nächste Haus ansteuert, in dem Bewohner getestet werden müssen. „Vor Ort angekommen, wird der richtige Anzug hergestellt – Feldbluse aus, persönliche Schutzausstattung an“, beschreibt Michelske. „Bei dem Wetter kann das zur schweißtreibenden Qual werden. Aber egal – der Auftrag wird trotz Wetter und mancher Sprachbarrieren ruhig und vernünftig umgesetzt.“

Dann wird‘s ernst. Feldwebel Jan klingelt an der Tür und spricht mit den Anwohnern. Er erklärt, was passiert und wie es weitergeht. Dazu bittet er, die Ausweise auszuhändigen, damit Stabsunteroffizier Jana mit der Dokumentation beginnen kann. Diese wurde Sanitätspersonal eingewiesen, wie die Aufkleber für die Abstriche zu beschriften sind. Nach der Dokumentation wartet DRK-Helfer Torben auf das „Go“ für den Abstrich.

Aufklärungsbataillon 7 unterstützt Corona-Maßnahmen

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  • Rheda-Wiedenbrück 2020

    Foto: Bundeswehr
  • Angehörige ganz unterschiedlicher Verbände unterstützen die Maßnahmen im Kreis Gütersloh.

    Foto: Bundeswehr
  • Corona-Unterstützung in Rheda 2020

    Foto: Bundeswehr
  • Umziehen für den Test.

    Foto: Bundeswehr
  • Corona-Unterstützung in Rheda 2020

    Foto: Bundeswehr
  • Bundeswehr unterstützt mobile und stationäre Abstrichstellen im Kreis Gütersloh.

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  • Corona-Unterstützung im Kreis Gütersloh 2020

    Foto: Bundeswehr
  • Corona-Abstrich 2020

    Foto: Bundeswehr
  • Untersützung für den Kreis Gütersloh.

    Foto: Bundeswehr
  • Corona-Unterstützung in Rheda-Wiedenbrück 2020

    Foto: Bundeswehr
  • Rheda-Wiedenbrück 2020

    Foto: Bundeswehr

Das Stäbchen vom Abstrich landet im Röhrchen, dann in einer Tüte. Der Handschuh wird gewechselt und es geht weiter mit dem nächsten Anwohner – ein Junge, der tapfer und interessiert mitmacht. „Die Menschen wissen, dass es gemacht wird, um ihnen zu helfen“, so die Sprecherin. Nach einem langen und anstrengenden Tag darf der Vollschutz abgelegt werden. Dann ist Durchatmen angesagt.

Auf Antrag der Kreisverwaltung Gütersloh hat die Bundeswehr ihren Einsatz in der Coronahilfe erheblich ausgeweitet. Unter den gut 200 Soldaten, die mobile und stationäre Testungen in den Landkreisen Gütersloh und Warendorf unterstützen, sind aktuell rund 50 Kräfte des Aufklärungsbataillons 7 aus Ahlen. Ein Großteil der Unterstützungsleistungen wird bis in die kommende Woche andauern. „Damit sind alle Verbände der Panzerbrigade 21 mit Personal im Rahmen der Amtshilfe im Einsatz“, so Hauptmann Martin Waltemathe, Sprecher der Panzerbrigade 21 „Lipperland“ aus Augustdorf. Grundlage der Amtshilfe durch die Bundeswehr ist der Artikel 35 des Grundgesetzes. Die Beauftragung der Truppenteile erfolgt über das Kommando „Territoriale Aufgaben“ in Berlin. „Dort laufen die Amtshilfeersuchen der Landkreise und Städte zusammen, werden bewertetund als Auftrag an die Truppe weitergegeben.“

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