28-jähriger Ochtruper baute Marihuanapflanzen an
Wahl zwischen Suchtklinik und Gefängnis

ochtrup/Rheine -

Zum wiederholten Male stand ein heute 28-jähriger Ochtruper vor Gericht. Dieses Mal wurde ihm der illegale Anbau von Marihuana-Pflanzen vorgeworfen. Er zeigte sich geständig und hat nun die Möglichkeit, während seiner Haftstrafe eine Therapie zu machen.

Mittwoch, 01.07.2020, 11:11 Uhr aktualisiert: 06.07.2020, 15:34 Uhr
28-jähriger Ochtruper baute Marihuanapflanzen an: Wahl zwischen Suchtklinik und Gefängnis
Ein 28-Jähriger aus Ochtrup muss für 22 Monate ins Gefängnis, darf aber eine Sucht-Therapie machen. Ist diese erfolgreich, hat er die Aussicht auf eine Aussetzung der Reststrafe zur Bewährung. Foto: dpa

Die Drogensucht bestimmt das Leben des 28-jährigen Angeklagten aus Ochtrup, der in seinem Keller Marihuanapflanzen anbaute, die am 19. Juli 2019 bei einer Wohnungsdurchsuchung von der Polizei sichergestellt wurden. Gestern stand er wegen Besitzes einer nicht geringen Menge Marihuana vor dem Schöffengericht in Rheine und wurde deswegen zu einem Jahr und zehn Monaten ohne Bewährung verurteilt, wie der Staatsanwalt es beantragt hatte. Er gestand die Tat und entschuldigte sie mit „Sucht“.

Schwer belastend wirkte sich eine einschlägige Vorstrafe vom 17. November 2017 mit demselben Strafmaß aus, mit der er bei der neuen Tat noch unter Bewährung stand. „Ich schreibe aber in das Urteil, dass Sie die Möglichkeit haben, eine Therapie im Rahmen der Freiheitsstrafe zu machen“, sagte die Richterin in der Urteilsbegründung.

Bewährung in Aussicht gestellt

Wenn die Therapie erfolgreich verläuft, wird die Dauer auf das Strafmaß angerechnet, und der Rest kann zur Bewährung ausgesetzt werden. Mit dem Urteil vom 17. November 2017 war ihm im Anschluss der Besitz von Waffen, den er als Sportschütze erworben hatte, untersagt worden. Damals hatte man bei ihm zwei ungeladene Gewehre sichergestellt, mit dem er bei sich zu Hause im Flur Schießübungen in einen sogenannten Kugelfang ausführte.

In seinem Keller hatte der Angeklagte jetzt fünf Marihuana-Pflanzen in einem Schrank angebaut. „Ich hätte sie in zwei Tagen ernten können“, sagte er dazu. Das sei ihm sicherer erschienen als der Schwarzmarkt. Er habe den Konsum zwar reduziert, aber noch nicht eingestellt. Die Pflanzen wogen 117,3 Gramm und hatten einen Wirkstoffgehalt von 8,8 Gramm THC. „Mit der Bewässerung und der speziellen Beleuchtung war das eine professionelle Anlage“, konstatierte die Richterin.

Hinzu kam, dass seine vorherige Bewährung nicht „optimal“ gelaufen sei, wie der Bewährungshelfer sagte. Die Kontakthaltung sei zwar gut gewesen, aber der Antrieb zu den Auflagen wie Therapie und Sozialstunden sehr schleppend. Auch beruflich stellt er seit 2017 nichts auf die Beine, seine Kfz-Lehre hat er im dritten Lehrjahr abgebrochen. „Wenn er nicht lernt, von den Drogen wegzukommen, verlieren wir ihn“, sagte sein Bewährungshelfer abschließend.

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