Schülerverkehr in Corona-Zeiten
Wann ist ein Bus überfüllt?

Ochtrup -

Es ist eine oft geführte Debatte: Der Unterschied zwischen persönlichem Empfinden und harten Fakten. So wurde am Dienstagabend im Ausschuss für Bildung und Sport über die Frage diskutiert, wann ein Schulbus überfüllt ist und wann nicht, und ob das dann noch den geltenden Abstandsregeln entsprechen kann.

Donnerstag, 02.07.2020, 05:44 Uhr
Der Schülerverkehr in Ochtrup war am Dienstagabend Thema im Ausschuss für Bildung und Sport.
Der Schülerverkehr in Ochtrup war am Dienstagabend Thema im Ausschuss für Bildung und Sport. Foto: Anne Steven

Auf Antrag der CDU – Eltern hatten sich an Barbara Kuhls-Mahlitz gewandt – war das Thema auf die Tagesordnung gelangt. Auf ihre Nachfrage hin führt Fachbereichsleiter Michael Alfert aus, dass es mit der für den Schülerverkehr in Ochtrup zuständigen Firma Veelker bereits ein Gespräch zu diesem Thema gegeben habe. Demnach sei der Vorwurf, die Schulbusse seien zuletzt zu voll gewesen, auch an das Unternehmen herangetragen worden. Daraufhin seien Zählungen vorgenommen worden. „Es war zu keinem Zeitpunkt so, dass der Bus überfüllt war“, stellte Alfert klar. Veelker plane nach den Sommerferien – dann sollen die Schulen wieder im Regelbetrieb laufen – weitere Zählungen.

Realschulleiterin Doris Nollen Kuhlbusch wunderte sich über die Diskrepanz zwischen der Aussage von Eltern und Schülern sowie den Zahlen des Busunternehmens. „Wir haben uns das angeschaut. Die Busse waren knallvoll“, berichtete sie von ihren persönlichen Eindrücken. Ihr sei es indes ein Rätsel, wie in einem Schulbus überhaupt ein Mindestabstand eingehalten werden könne.

Wir warten aber bis heute auf die Vorgaben, wie es nach den Ferien laufen soll.

Michael Alfert

Michael Alfert wies darauf hin, dass Eltern eine Situation oftmals anders wahrnähmen, als es ein nicht-persönlich Betroffener tun würde. Zudem berichtete er, dass die Disziplin bei vielen Schülern mit Blick auf die Maskenpflicht nachlasse. Einige Kinder und Jugendliche würden, sobald sie das Schulgebäude verließen, keine Masken mehr tragen. Es könne aber nicht die Aufgabe des Busfahrers sein, dies zu kontrollieren. „Wir sind abhängig von den Vorgaben des Ministeriums“, so der Verwaltungsmitarbeiter. Diese würden in den Bussen eingehalten. „Wir warten aber bis heute auf die Vorgaben, wie es nach den Ferien laufen soll“, gab Alfert Einblick in die Verwaltungsarbeit.

‘Mal eben ein Bus dazu’ hat seinen Preis.

Birgit Stening

Doris Nollen Kuhlbusch regte an, den Eltern in diesem Fall nicht zu suggerieren, dass die Abstände eingehalten werden könnten. In dem Fall hätten Mütter und Väter selbst die Möglichkeit zu entscheiden, ob sie ihre Kinder mit dem Bus oder mit dem Rad fahren ließen. Sie, wie auch Barbara Kuhls-Mahlitz, wollten ihre Beiträge nicht als Kritik verstanden wissen. Es gehe vielmehr darum, eine Lösung zu finden. Die Erste Beigeordnete Birgit Stening ergänzte, dass es keine Lösung sei, mehr Busse einzusetzen. „‘Mal eben ein Bus dazu’ hat seinen Preis“, gab sie zu bedenken. Zudem sei das Nutzungsverhalten der Schüler nicht immer kalkulierbar und die Organisation des Schülerverkehrs – vor allem in der jüngsten Vergangenheit – eine logistische Herausforderung. Die Absprachen diesbezüglich hätten aber „gut geklappt“, berichtete Doris Nollen Kuhlbusch. Die Realschulleiterin kündigte an, im neuen Schuljahr die Lehreraufsichten verstärken zu wollen.

Nachrichten-Ticker