Reduzierte Mehrwertsteuersätze
Kleine Ersparnisse bei Strom, Gas und Wasser

Lengerich/Tecklenburger Land -

Mit der seit Mittwoch geltenden Reduzierung der Mehrwertsteuer-Sätze will die Bundesregierung einen Konjunktur-Impuls geben. Die WN haben nachgefragt, wie die Stadtwerke Lengerich und der Wasserversorgungsverband Tecklenburger Land diese Absenkung an ihre Kunden weitergeben.

Sonntag, 05.07.2020, 07:23 Uhr aktualisiert: 05.07.2020, 17:54 Uhr
Seit dem 1. Juli gelten reduzierte Mehrwertsteuersätze. Diese Absenkung gilt bis zum Jahresende.
Seit dem 1. Juli gelten reduzierte Mehrwertsteuersätze. Diese Absenkung gilt bis zum Jahresende. Foto: imago images/Christian Ohde

Seit Mittwoch gelten reduzierte Mehrwertsteuer-Sätze. Bis zum Jahresende werden 16 statt 19 beziehungsweise fünf statt sieben Prozent erhoben. Die Mehrwertsteuer ist eine reine Verbrauchsteuer, die bei allen Einkäufen fällig wird. Der ermäßigte Satz von aktuell fünf Prozent gilt für Waren des täglichen Bedarfs, insbesondere Lebensmittel zur Grundversorgung.

Der von 19 auf 16 Prozent reduzierte Steuersatz wirkt sich auch auf die Heizkosten-, Strom- und Wasserrechnung aus. Die Westfälischen Nachrichten haben bei den Versorgern nachgefragt, wie diese vorübergehende Vergünstigung an die Kunden weitergegeben wird.

Beim Wasserversorgungsverband Tecklenburger Land (WTL) brauchen die Kunden keinen Zählerstand ablesen. „Wir geben den Vorteil natürlich an unsere Kunden weiter“, betont Thomas Meyer. Den Aufwand dafür will der WTL dabei so gering wie möglich halten. „In Lengerich erfolgt zum Jahresende die Berechnung. Wir werden unseren Kunden dabei anteilig für das zweite Halbjahr 2020 den verminderten Mehrwertsteuersatz ausweisen und anrechnen“, erläutert der Kaufmännische Leiter des Versorgers.

Auf Nachfrage der WN räumt er ein, dass der finanzielle Vorteil für die Kunden eher gering ist. „Für einen Vier-Personen-Haushalt, der rund 150 Kubikmeter Wasser im Jahr bezieht, macht das etwa drei Euro aus“, rechnet Thomas Meyer vor.

Die Stadtwerke Lengerich (SWL) verzichten ebenfalls auf eine Zwischenablesung der Zähler. „Der reduzierte Mehrwertsteuersatz wird für das gesamte Jahr berücksichtigt“, erläutert Jennifer Diehl im Gespräch mit den Westfälischen Nachrichten. Das gelte sowohl für die Versorgung mit Erdgas wie auch mit Strom.

Etwas anders ist die Situation bei der Stadtwerke-Tochter Teutel. Telekommunikationskunden finden auf der monatlichen Rechnung den Hinweis auf die Berücksichtigung des reduzierten Mehrwertsteuersatzes. Für den Monat Juli werden die Rechnungen im August versandt.

Im Gegensatz zum Wasserverbrauch macht sich die Reduzierung des Mehrwertsteuersatzes bei Strom und Gas deutlicher bemerkbar. Für einen Vier-Personen-Haushalt kann das bei einem Jahresverbrauch von 4000 Kilowattstunden Strom – je nach gewähltem Tarif – eine Ersparnis von gut 30 Euro ausmachen. Beim Gasverbrauch behält ein Vier-Personen-Haushalt knapp 20 Euro mehr im Portemonnaie. Dabei spielt insbesondere der Verbrauch eine wesentliche Rolle.

 

 

Nachrichten-Ticker