Schüler lernen auf dem Emshof in Telgte das Leben auf dem Bauernhof kennen
Ferien mit Biosiegel

Telgte -

Wie macht man Lebensmittel haltbar? Was macht man mit der Wolle eines Schafes? Und wie baut man ein Insektenhotel? Während der Ferienbetreuung auf dem Emshof finden Kinder Antworten auf diese und viele weitere Fragen. Sie lernen das Leben auf dem Bauernhof hautnah kennen.

Mittwoch, 08.07.2020, 18:10 Uhr
Vom ersten Augenblick an von der Kooperation überzeugt: Hanna Lambers (Lebenshilfe Münster, Fachdienst Inklusion), Julien Leibig und Julian Brinkert (Sozialpädagoge auf dem Emshof).
Vom ersten Augenblick an von der Kooperation überzeugt: Hanna Lambers (Lebenshilfe Münster, Fachdienst Inklusion), Julien Leibig und Julian Brinkert (Sozialpädagoge auf dem Emshof). Foto: Ulrich Schaper

Sollte Arnold jemals ausplaudern, mit welchem Komfort er auf dem Emshof residiert, ist nicht auszuschließen, dass seine Freunde und Verwandten ebenfalls auf das Gelände in der Bauerschaft Verth ziehen möchten. Das Sattelschwein, das erst kürzlich seine Stallung bezogen hat, fühlt sich offenbar sauwohl auf dem Schulbauernhof. „Man muss ihn einfach die ganze Zeit anschauen“, sagt Julian Brinkert, der als Sozialpädagoge auf dem Emshof tätig ist.

Eber Arnold, der eine Art Wohngemeinschaft mit den Sauen Emma und Marie hat, ist eine der neuen Attraktionen, über die sich die Kinder freuen, die derzeit ihre Ferien auf dem Emshof verbringen.

Zwischen 20 und 30 Kinder können pro Woche auf dem Gelände betreut werden. In dieser Woche findet erstmals eine Kooperation mit drei Partnern aus Münster statt. Sowohl der Paulus-Hof als auch die Kinder- und Jugendeinrichtung Albatros und die Lebenshilfe sind beteiligt. „Wir haben das Angebot in diesem Jahr so zugeschnitten, dass wir ein inklusives Betreuungsangebot für Kinder ab der fünften Klasse anbieten können“, sagt Brinkert. Ab 8 Uhr morgens werden die Kinder mit einem Shuttle-Bus eingesammelt, so dass ihr Tag auf dem Hof um 9 Uhr beginnt. Bis nachmittags um 16 Uhr sind die Kinder dann beschäftigt, ehe sie wieder nach Hause gebracht werden.

Kinder sind vorwiegend an der frischen Luft

Ausgefeilte Ferienangebote sind in Corona-Zeiten rar. Auf dem Emshof hat man sich frühzeitig dafür entschieden, das Angebot aufrecht zu erhalten – natürlich mit entsprechenden Hygienemaßnahmen, wie beispielsweise Kleingruppenbetreuung, Mund-Nase-Masken und Desinfektionsmitteln. Ohnehin sind die Kinder vorwiegend an der frischen Luft.

Die Mitarbeiter und Helfer auf dem Emshof versuchen, den Kindern spielerisch Natur erlebbar und begreifbar zu machen und das Bewusstsein für die natürlichen Ressourcen zu schärfen. Was kann man aus der Wolle eines Schafes machen? Wie mache ich Lebensmittel haltbar?

„Wir haben Bildungseinheiten zu nachhaltiger Entwicklung und Waldpädagogik und Aktionen, wo die Kinder die Tiere versorgen, Obst und Gemüse ernten, gemeinsam Kochen. Wir bauen Insektenhotels und heute morgen erst haben wir neue Pfeiler für das Schweinegehege gesetzt“, erklärt Brinkert. Die Kinder werden bei allen Arbeiten eingebunden, die auf einem solchen Hof anfallen. Ein Renner sei das Absuchen der Kartoffelpflanzen nach Käfern. „Das fanden am Anfang alle etwas ekelig, mittlerweile wollen die Kinder kaum mehr vom Acker runter.“

Wichtiger Punkt: Gesunde und nachhaltige Ernährung

Ein ganz wichtiger Punkt im Rahmen der Ferienbetreuung ist die gesunde und nachhaltige Ernährung. Die Kinder werden vollverpflegt mit (größtenteils) Bioprodukten aus eigenem Anbau. Das alles vegetarisch und vegan.

„Als wir von dem Angebot erfahren haben, waren wir vom Fleck weg begeistert“, sagt Hanna Lambers, von der Lebenshilfe, die ebenfalls vor Ort ist. „Ich bin ein großer Fan von Tieren und Natur. Man fühlt sich hier sofort wohl. Insbesondere für die Kinder mit Behinderung habe ich eine Chance gesehen, hier richtig aufzublühen.“

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