Wassersportaktivitäten im Dortmund-Ems-Kanal
Nicht von der Brücke springen

Tecklenburger land -

Wenn das Wetter wieder besser wird, verbringen viele Menschen ihre Freizeit gerne am Wasser. Vorsicht ist geboten am Dortmund-Ems-Kanal. Zwar toleriert das zuständige Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) Rheine grundsätzlich das Schwimmen im Kanal, verbietet es aber in besonders gefährlichen Bereichen.

Dienstag, 14.07.2020, 19:04 Uhr aktualisiert: 14.07.2020, 19:24 Uhr
Das Springen von Brücken in den Dortmund-Ems-Kanal ist verboten, laut Wasserschutzpolizei ebenso das Schwimmen. Das Wasser- und Schifffahrtsamt Rheine zeigt jedoch Verständnis für das Baden und verbietet es nur in besonders gefährlichen Bereichen.
Das Springen von Brücken in den Dortmund-Ems-Kanal ist verboten, laut Wasserschutzpolizei ebenso das Schwimmen. Das Wasser- und Schifffahrtsamt Rheine zeigt jedoch Verständnis für das Baden und verbietet es nur in besonders gefährlichen Bereichen. Foto: Matthias Ahlke

Mit den heißen Tagen wächst das Bedürfnis nach Aktivitäten auf und im Wasser. Die Bundeswasserstraßen, mit ihrem hohen Freizeit- und Erholungswert, haben eine große Anziehungskraft. Doch so verlockend es ist: Der Dortmund-Ems-Kanal ist eine Bundeswasserstraße und kein ruhiges Badegewässer.

Laut Wasserschutzpolizei ist das Schwimmen im Kanal verboten. Das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) Rheine schreibt hingegen auf seiner Homepage: „Weil wir Verständnis haben und Rücksicht nehmen möchten auf das natürliche und menschliche Bedürfnis, sich im Wasser zu bewegen, tolerieren wir das Baden in den Kanälen. In besonders gefährlichen Bereichen ist das Baden jedoch nicht erlaubt. Diese Verbote dienen dem Schutz der Schifffahrt und der Badenden“.

Keine Schiffe anschwimmen

Weiter weist das Amt darauf hin, dass das Springen von Kanalbrücken gefährlich ist. Im Wasser treibende Gegenstände wie leere Flaschen oder spitze Holzstücke würden leicht übersehen. Zudem bergen Gegenstände, die sich gerade im Brückenbereich unter der Wasseroberfläche befinden, erhebliche Verletzungsgefahr. Auch werde die Wassertiefe oft überschätzt.

Ausdrücklich warnt das WSA Rheine davor, Schiffe anzuschwimmen. Lebensgefahr drohe, wenn der Schwimmer vom Sog der Schiffsschraube erfasst und hinein gezogen würde. Hinzu komme, dass die Schiffsführer ihr Schiff vom Heck aus steuern. Sie haben eine Schiffslänge von mehr als 100 Meter vor sich. Dadurch entsteht ein toter Winkel von mehreren 100 Metern vor dem Schiff. so dass die Schiffer badende Menschen oft nicht rechtzeitig oder gar nicht erkennen. Und selbst wenn, haben größere Schiffe einen Anhalteweg von mehr als einem Kilometer.

Von allen Nutzern der Wasserstraßen sowie von Fahrzeugen ohne Kennzeichnungs- und Führerscheinpflicht sind die Regelungen der Binnenschifffahrtsstraßenordnung zu beachten.

Schwimmverbot in Schleusenbereichen

Wer sich auf einer Wasserstraße bewegt, hat sich so zu verhalten, dass andere Verkehrsteilnehmer nicht behindert oder gefährdet werden. Auch auf dem Wasser gilt übrigens die 0,5-Promille-Grenze.

In sämtlichen Schleusenbereichen einschließlich der Schleusenvorhäfen ist das Baden und Schwimmen verboten. Dies gilt auch im Bereich von Brücken, Liegestellen, Häfen, Pumpwerken und Wehren, jeweils 100 Meter in beiden Richtungen.

Bei Nichtbeachtung der Verbote werden Bußgelder von bis zu 200 Euro fällig. In besonders schweren Fällen droht sogar eine Strafverfolgung wegen gefährlichen Eingriffs in den Schiffsverkehr.

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