Symbolischer Spatenstich für Pumptrack-Anlage
Eine Asphalt-Rollbahn für alle

Lengerich -

Vor rund zehn Jahren ist die alte Skateanlage auf dem Parkplatz der LWL-Klinik abgebaut worden. Es folgte ein zähes Tauziehen um den richtigen Ort für eine neue Anlage. Der scheint gefunden, an der Margarethenstraße wurde der symbolische erste Spatenstich vorgenommen.

Dienstag, 14.07.2020, 17:36 Uhr aktualisiert: 15.07.2020, 16:32 Uhr
Tief stechen und weit werfen – dafür eignet sich der Untergrund für die geplante Pumptrack-Anlage nicht, weshalb es die Protagonisten beim symbolischen Spatenstich beließen. Ansgar Thor, Ingo Naschold und Stefan Kleemann (Bild links, von rechts) besprechen auf Basis der Bauzeichnung letzte Details für die Arbeiten.
Tief stechen und weit werfen – dafür eignet sich der Untergrund für die geplante Pumptrack-Anlage nicht, weshalb es die Protagonisten beim symbolischen Spatenstich beließen. Ansgar Thor, Ingo Naschold und Stefan Kleemann (Bild links, von rechts) besprechen auf Basis der Bauzeichnung letzte Details für die Arbeiten. Foto: Michael Baar

„Endlich ist es soweit, nach vielen, vielen Jahren.“ Die Erleichterung in den Worten von Wilhelm Möhrke ist nicht zu überhören. Am Dienstagmorgen ist „nach sieben, acht Jahren Wartezeit“, so der Bürgermeister, der offizielle Startschuss für den Bau einer Pumptrack-Anlage an der Margarethenstraße erfolgt.

Den symbolischen ersten Spatenstich in die Tat umzusetzen, bemühen sich die Beteiligten erst gar nicht. Ein Blick reicht ihnen um zu sehen, ohne Bagger wird das nichts auf der Fläche, die vormals die Tartan-Laufbahn zwischen Basketball- und Fußballfeld an der Gesamtschule beherbergt hat. Der rote Belag ist schon entfernt, darunter präsentiert sich ein Gemisch aus Boden und Steinen.

Eine Pumptrack ist leiser und ungefährlicher als ein Skatepark.

Bürgermeister Wilhelm Möhrke

Das Areal ist vor zwei Jahren in den Fokus der Politik gerückt. Dafür wurde der Ratsbeschluss, eine Skateanlage hinter dem Feuerwehrhaus zu errichten, gekippt. Jetzt wird es eine Pumptrack, eine reine Laufstrecke. „Die ist leiser und ungefährlicher als ein Skatepark“, stellt der Bürgermeister fest. Und der Standort in unmittelbarer Nähe des Schul- und Bildungszentrums habe auch Vorteile, ergänzt er.

So ganz geräuschlos ist allerdings auch der neue Standort nicht zu realisieren gewesen. Die Anlieger hatten auf die bestehende Lärmbelästigung durch abendliches und nächtliches Spielen auf dem Basketballfeld hingewiesen. Wilhelm Möhrke hat in der vergangenen Woche mit den Anwohnern gesprochen, versucht, die Wogen zu glätten.

Anlieger fürchten noch mehr Lärm

Am Sonntag hatte er noch mal das Areal inspiziert – und war nicht glücklich über das, was er in einem Müllbehälter entdeckte: zwei Flaschen Wodka. Für ihn ein Indiz, dass dringend ein Treffpunkt für Jugendliche und junge Erwachsene geschaffen werden muss, wie er am Dienstagmorgen erzählt. Damit die Ordnungsbehörde demnächst an der Pumptrack durchgreifen kann, wenn was aus dem Ruder läuft, sollen große Schilder mit den Nutzungszeiten aufgestellt werden. Das biete dann die Handhabe, auch Platzverweise aussprechen zu können.

Von einer „Asphalt-Wellenlandschaft für alles, was rollt“ spricht Ingo Naschold. Damit meint der Gründer des Planungsbüros DSGN concepts nicht nur alle Board-Varianten. „So eine Pumptrack ist familientauglich, ich habe schon erlebt, dass da Kindergeburtstage gefeiert wurden“, berichtet er. Vom Bobbycar bis zum Rollstuhl umreißt er die Palette der „Fahrzeuge“, die auf der Pumptrack ihre Runden drehen können. Schon daraus sei zu ersehen, dass eine Pumptrack vielfältiger nutzbar sei als ein auf eine bestimmte Nutzergruppe zugeschnittener Skatepark.

So eine Pumptrack ist familientauglich.

Ingo Naschold, DSGN concepts

Realisiert wird die Pumptrack-Anlage mit finanzieller Unterstützung aus dem Leader-Fördertopf für das Tecklenburger Land. „Die Antragstellung war nicht einfach“, blickt Thomas Köhler zurück. Letztlich habe der Aspekt Naherholung mit einem zentralen Treffpunkt in Lengerich den Ausschlag gegeben, erläutert der Leader-Regionalmanager.

Ob die ersten Räder schon in der 34. Kalenderwoche auf dem Asphaltband rollen werden – Ansgar Thor von der bauausführenden Firma Steinhake macht ein kleines Fragezeichen dahinter. „Das liegt auch am Wetter“, nennt er die größte Unwägbarkeit. Dann beugt er sich wieder mit seinem Kollegen Stefan Kleemann und Ingo Naschold über den Bauplan der Anlage.

Kommentar

Kontrolle muss seinIn wenigen Wochen ist es soweit, die Pumptrack-Anlage an der Margarethenstraße ist fertig und viele Menschen kommen ins Rollen. Das ist jedenfalls der Wunsch von Politik, Verwaltung und Planern. Die Anlieger werden allenfalls die Augen rollen. Sie befürchten eine weitere Einschränkung ihrer Wohnqualität.

...

Sie geben Gas, vielleicht auch, weil alle Beteiligten – Verwaltung, Politik und Jugendbeirat – auf ein schnelles Ende der Vakanz hoffen. Die alte Skateanlage war vor rund zehn Jahren demontiert worden. „Bei der Eröffnung wird gefeiert“, hofft Thomas Köhler. Ende August könnte es soweit sein.

Nachrichten-Ticker