Rathaus Nottuln
„Wir bitten um etwas Geduld“

Nottuln -

Trotz vielerlei Lockerungen, ganz ohne Corona-Schutzmaßnahmen geht es nicht. Die Nottulner Gemeindeverwaltung hält daher an den Regeln zum Besuch des Rathauses fest: Bürger müssen weiterhin zuvor einen Termin vereinbaren und eine Maske tragen.

Dienstag, 14.07.2020, 20:06 Uhr aktualisiert: 14.07.2020, 20:34 Uhr
In den schönen, aber alten Gemäuern der Kuriengebäude am Stiftsplatz ist die Gemeindeverwaltung untergebracht. Um das Corona-Infektionsrisiko weiterhin gering zu halten, ist der Zutritt nur nach Terminvereinbarung möglich.
In den schönen, aber alten Gemäuern der Kuriengebäude am Stiftsplatz ist die Gemeindeverwaltung untergebracht. Um das Corona-Infektionsrisiko weiterhin gering zu halten, ist der Zutritt nur nach Terminvereinbarung möglich. Foto: Ludger Warnke

Zugegeben, Nottuln ist nicht Berlin. Denn was die Hauptstädter in den vergangenen Jahren und auch jetzt in Corona-Zeiten mit ihren Bürgerämtern erleben, ist schon rekordverdächtig: Acht Wochen für eine Geburtsurkunde, sogar mehrere Monate Wartezeit, um überhaupt einen Termin zu bekommen – alles schon da gewesen. In der vergleichsweise beschaulichen Gemeindeverwaltung Nottuln ist man doch näher, sprich schneller am Bürger.

Gleichwohl: Dass die Gemeindeverwaltung nach wie vor nur nach Voranmeldung und Terminvereinbarung von Bürgern aufgesucht werden kann, sehen manche Nottulner Bürger kritisch. Entsprechende Meinungsäußerungen sind gegenüber der Verwaltung schon getätigt worden, wie Gemeinderechtsrat Stefan Kohaus auf WN-Anfrage mitteilte. Insbesondere dann, wenn die telefonische Erreichbarkeit nicht sofort gelingt, weil zum Beispiel der Mitarbeiter bzw. die Mitarbeiterin noch im direkten Bürgergespräch und ein Anliegen bearbeitet, reagieren Bürger verärgert. „Wir müssen da einfach um ein wenig Geduld und um Verständnis bitten“, sagt Kohaus.

Nur nach Voranmeldung und mit Mund-Nasen-Schutz

Der Gemeinderechtsrat gibt zu bedenken, dass alle Maßnahmen dazu dienen, mögliche Infektionsrisiken sowohl für die eigenen Mitarbeiter als auch für die Bürger so gering wie möglich zu halten. Die Verwaltung sei in einem Altbau mit engen Fluren und zum Teil sehr kleinen Büros untergebracht. Der Wartebereich vor dem Bürgerservice sei ebenfalls recht klein, sodass es schwierig sei, die erforderlichen Abstände einzuhalten, wenn mehrere Personen gleichzeitig anwesend sind.

Um den Schutzmaßnahmen Rechnung zu tragen, hat die Verwaltung an allen Eingängen Desinfektionsspender aufgestellt, hat in Büros mit Kundenverkehr die Schreibtische mit Plexiglasscheiben ausgerüstet, hat, wo es möglich war, Schreibtische anders aufgestellt, hat für den Zugang zur Verwaltung klare Regeln aufgestellt: nur nach Voranmeldung und mit Mund-Nasen-Schutz.

Weitere Entwicklung der Corona-Pandemie abwarten

Termine können per E-Mail an info@nottuln.de oder telefonisch unter der zentralen Rufnummer 0 25 02/9 42-0 vereinbart werden. Die telefonische Terminvereinbarung habe sich als die beste Lösung herausgestellt, denn im Gespräch mit dem Bürger könnten die Verwaltungsmitarbeiter schon den zeitlichen Aufwand für die Bearbeitung des Bürgeranliegens abschätzen und entsprechend die Termine planen, schildert Kohaus die gemachten Erfahrungen.

In der Anfangsphase der Corona-Pandemie wurden nur unaufschiebbare Bürgeranliegen in der Verwaltung bearbeitet, jetzt kann man sich auch wieder mit ganz einfachen Anliegen an die Verwaltung wenden. Ein kleiner Schritt zurück zur Normalität.

Wie lange die aktuellen Zugangsbeschränkungen zur Nottulner Gemeindeverwaltung noch fortgesetzt werden, das sei aktuell schwer abzuschätzen. „Natürlich wollen auch wir möglichst bald wieder zum Vor-Corona-Stand zurück“, betont Kohaus. Regelmäßig befasse sich daher die Fachbereichsleiterrunde mit dem Thema und diskutiere, ob die Zeit für weitere Lockerungen reif sei. Letztlich müsse man aber die weitere Entwicklung der Corona-Pandemie abwarten.

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