Förderverein entsetzt über Vandalismus
Haldenkreuzweg in Schieflage

Ahlen -

Unbekannte haben die Stelen entlang des Haldenkreuzwegs beschädigt. Die massiven Objekte aus Cortenstahl wurden mit Kraftaufwand in Schieflage versetzt oder gänzlich umgestoßen.

Mittwoch, 15.07.2020, 14:10 Uhr aktualisiert: 15.07.2020, 15:44 Uhr
Weihbischof Dr. Stefan Zekorn bei dem feierlichen Akt der Haldenkreuzweg-Eröffnung am 13. April 2019.
Weihbischof Dr. Stefan Zekorn bei dem feierlichen Akt der Haldenkreuzweg-Eröffnung am 13. April 2019. Foto: Hubert Kemper

Vandalen haben auf der Osthalde zugeschlagen und zwei Stelen des Haldenkreuzweges beschädigt. Eine Station aus Cortenstahl ist komplett abgebrochen, eine andere in ein Schieflage gebracht worden.

„Mit einem Dummejungenstreich hat das nichts zu tun“, zeigte sich Martina Jotzeit, Vorsitzende des Fördervereins Ahlener Haldenkreuz, sichtlich betrübt über diesen Vorfall. Zumal der künstlerisch gestaltete Kreuzweg erst im vergangenen Jahr dank der Unterstützung vieler Sponsoren installiert und eingeweiht worden war.

Kassiererin entdeckte Zerstörung

Entdeckt hatte die mutwillige Zerstörung am Dienstag die Kassiererin des Vereins, Inge Piskorski, bei einer kleinen Morgenwanderung auf die Halde. Die abgebrochene Stele brachte sie sofort mit Hilfe ihres Mannes Franz in Sicherheit.

Bei dem Kunstwerk handelt es sich um eine Arbeit von Pater Abraham Fischer OSB (Klosterschmiede der Abtei Königsmünster in Meschede), der im Oktober 2013 mit seiner dreidimensionalen Torkreuz-Skulptur aus Stahl bereits ein beeindruckendes Kunstwerk in Ahlen geschaffen hat. Der Kreuzweg mit 14 Stationen aus Corenstahl wurde am 13. April 2019 auf der Osthalde der ehemaligen Zeche Westfalen in Ahlen eingeweiht worden.

Die Planungen für das Vorhaben hatten mehr als vier Jahre gedauert, da es nicht immer leicht war, die bürokratischen Hürden zu überwinden. Letztendlich hat die RAG Montan Immobilien GmbH in Essen grünes Licht für die Realisierung gegeben. Damit war der Weg frei, die 14 Stelen aus Cortenstahl (ca. 1,5 Meter hoch und 0,4 Meter breit) zu installieren, die in moderner Form die Leidensgeschichte Jesu darstellen.

„Eine Landmarke des Glaubens“ – mit diesen Worten hatte Landrat Dr. Olaf Gericke den künstlerisch gestalteten Kreuzweg auf der Osthalde der ehemaligen Zeche Westfalenbeschrieben. An der Einweihungsfeier nahmen mehr als 450 Gläubige teil. Darunter auch Weihbischof Dr. Stefan Zekorn, der jeder einzelnen der 14 Stationen des Kreuzwegs seinen Segen gab. Zudem waren Vertreter von allen christlichen Gemeinden der Stadt Ahlen(evangelisch, katholisch, syrisch-orthodox, griechisch-orthodox und evangelisch-freikirchlich) an den Feierlichkeiten beteiligt.

Anzeige bei der Polizei erstattet

Mit dem künstlerisch gestalteten Kreuzweg ist die Stadt Ahlen in die kleine Runde der Städte im Kreis Warendorf aufgerückt, deren Kreuzwege Besonderheiten aufweisen. Dazu gehören bislang die beiden Städte Stromberg und Telgte mit zum Teil Jahrhunderte alter Tradition. Ein weiteres, attraktives Angebot – diesmal mit „Berg“-Charakter - stellt der Kreuzweg auf der Osthalde dar.

Um den Vandalen auf die Schliche zu kommen, hat Martina Jotzeit noch am Dienstag bei der Polizei Anzeige erstattet. Sie bittet alle Bürger, die sachdienliche Hinweisegeben können, sich direkt bei der Polizei oder per E-Mail an ahlener-haldenkreuz@web.de melden.

Hier ein Video zum Weg:

Weitere Informationen gibt es auf der neugestalteten Homepage des Fördervereins im Internet.

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