Beratungsstelle bietet Seminar für trauernde Eltern
Erinnerung bleibt ein Leben lang

Lengerich -

Wenn Kinder in den letzten Schwangerschaftswochen oder kurz nach der Geburt sterben, ist das ein harter Schlag für die Eltern. Wie man mit dieser Situation umgehen kann, war Thema eines Seminars, zu dem die Sternenkinder Beratungsstelle Lengerich eingeladen hatte.

Donnerstag, 16.07.2020, 06:26 Uhr aktualisiert: 16.07.2020, 18:05 Uhr
Mit dem Namen, einer Kerze und kleinen Herzen sowie Blumen war bei den Gesprächskreisen für die Eltern die Mitte gestaltet worden.
Mit dem Namen, einer Kerze und kleinen Herzen sowie Blumen war bei den Gesprächskreisen für die Eltern die Mitte gestaltet worden. Foto: privat

Hannah, Nura, Jonte, Mats und Luna sind ihre Namen und sie waren an diesem Wochenende sehr präsent in der Sternenkinder Beratungsstelle in Lengerich. Aus einem traurigen Grund: Ihre Eltern müssen neue Wege finden, um mit ihnen in Verbindung zu bleiben. Denn diese Kinder starben in den letzten Schwangerschaftswochen oder kurz nach der Geburt, als eigentlich alles schon auf ein Leben mit einem Kind ausgerichtet war.

Ein schwerer Schicksalsschlag für betroffene Familien, der nicht nach Tagen oder Wochen verwunden ist, sondern als Lebenserfahrung auch nach Jahren nicht in Vergessenheit gerät, heißt es in einer Mitteilung der Beratungsstelle. Der Schmerz und die Fassungslosigkeit werden oft nicht mehr so heftig erlebt, doch das Gefühl, vom Leben, vom Schicksal, von Gott eine besonders schmerzvolle „Aufgabe“ aufgebürdet bekommen zu haben, bleibt.

Fünf Elternpaare aus Dülmen, Lingen, Münster, Bad Iburg und Wettrup haben sich jetzt ein Wochenende Zeit genommen, auf Einladung der Beratungsstelle auszusprechen, was geschehen ist. Es wurde nach Wegen gesucht, Trauer als neuen Bestandteil des Alltags zu akzeptieren und auch wieder Lebensfreude empfinden und zulassen zu können.

„Gute“ Trauerorte, achtsame Selbstfürsorge und die Angst, dass die verstorbenen Kinder in Vergessenheit geraten, waren Themen, die die Eltern bewegten. Sie betonten immer wieder, wie angenehm es sei, Menschen zu begegnen, die dasselbe Schicksal durchlitten haben und von diesen wirklich verstanden zu werden. „Ich sehe in Euren Augen, was ich fühle,“ oder „Jetzt merken wir endlich, dass wir richtig und normal sind, auch wenn unsere Trauer uns Einiges abverlangt“, waren nach Angaben der Beratungsstelle einige der Reaktionen. Andererseits ging es auch um Reaktionen auf Fragen von Geschwisterkindern und die vorbehaltlose Begegnung mit schwangeren Eltern.

„Wir sind richtig und normal“

Nach dem Seminar hat sich eine Mutter den Fragen der Leiterin Ulrike Michel gestellt.

...

Uli Michel, Leiterin der Bethanien Sternenkinder Beratungsstelle Münster/Osnabrück, und Andreas Schmidt, Koordinator des ökumenisch ambulanten Hospizes in Rheine, begleiteten die Teilnehmer durch diese, dank der Bethanien Diakonissen-Stiftung, kostenfreien Tage.

Nachrichten-Ticker