Sonntagsfahrverbot für Lkw ist ausgesetzt
Kaum mehr Brummis auf Tour

Lengerich -

Etwa zehn Prozent mehr Lkw sind an Sonntagen im Juni und Juli mehr auf der Autobahn 1 bei Lengerich gezählt worden als im vergangenen Jahr. Das Sonntagsfahrverbot für die Brummis ist in Corona-Zeiten bis Ende August ausgesetzt worden

Mittwoch, 15.07.2020, 19:00 Uhr aktualisiert: 16.07.2020, 18:06 Uhr
In Corona-Zeiten ist das Sonntagsfahrverbot für Lkw aufgehoben worden. Die Zahl der Laster auf der A 1 bei Lengerich ist dadurch um rund zehn Prozent gestiegen.
In Corona-Zeiten ist das Sonntagsfahrverbot für Lkw aufgehoben worden. Die Zahl der Laster auf der A 1 bei Lengerich ist dadurch um rund zehn Prozent gestiegen. Foto: mba

In Zeiten der Corona-Pandemie ist vieles anders, auch auf der Autobahn. Bis Ende August ist das Sonntagsfahrverbot für Lkw außer Kraft gesetzt. Durften bis Mitte Mai nur Laster, die verderbliche Waren geladen hatten, am Sonntag die Autobahn benutzen, ist das jetzt allen Brummis erlaubt.

Allerdings nutzt längst nicht jeder Transporteur diese Gelegenheit. An der Anschlussstelle Lengerich der Autobahn 1 ist die Zahl der Lkw, die dort sonntags vorbeifahren, in diesem Jahr gegenüber dem Vorjahr um rund zehn Prozent gestiegen. Das geht aus entsprechenden Zahlen der Autobahnpolizei Münster hervor.

Es wird fast ständig kontrolliert, rund um die Uhr.

Polizeikommissarin Vanessa Arlt

Dass es mehr geworden sind, sei nicht verwunderlich, sagt Polizeikommissarin Vanessa Arlt auf Nachfrage der WN. Allerdings habe das kaum zu einer entspannteren Situation an den Rastplätzen und Raststätten entlang der Schnellstraße geführt. Dort seien Stellplätze für Lkw unverändert ein rares Gut.

Ein wachsames Auge hätten die Kolleginnen und Kollegen ohnehin auf die Brummis. „Da wird fast ständig kontrolliert, rund um die Uhr“, sagt die Pressesprecherin der Autobahnpolizei Münster. Überladung und technische Mängel seien die Hauptgründe dafür, dass immer wieder Brummi-Kapitäne eine unfreiwillige Pause einlegen müssen.

Hauptprobleme: Überladung und technische Mängel

Bei Überladung muss auf das zulässige Gesamtgewicht „abgespeckt“ werden. Bei technischen Mängeln müssen diese beseitigt werden, bevor es von der Polizei das Okay für eine Weiterfahrt gibt. Reifen und Bremsen würden immer wieder bei Lkw-Kontrollen negativ auffallen, erläutert sie. Aber auch technische Veränderungen fielen ihren Kolleginnen und Kollegen – „wir haben Spezialisten für Schwerlastverkehr“ – immer wieder auf. Angefangen bei in der Fahrerkabine unzulässigen Lichtquellen.

Ebenfalls in unschöner Regelmäßigkeit stellen die Beamten bei ihren Kontrollen Verstöße gegen die Lenk- und Ruhezeiten fest. Alkoholkonsum sei leider auch ein Thema sowie der große Bereich der Ablenkung – vom Lesen bis zum Kaffeekochen.

Im Jahr 2019 passierten an vier Sonntagen im Durchschnitt 2075 Laster Lengerich in Fahrtrichtung Bremen. In Richtung Dortmund wurde im Durchschnitt der Juni- und Juli-Sonntage 2201 Lkw gezählt. In diesem Jahr waren in Fahrtrichtung Bremen im Schnitt 250 Lkw mehr unterwegs. In umgekehrter Richtung wurden 246 Brummis mehr gezählt. Drei bis vier Mal so viele Lastwagen sind an den Mittwochen im gleichen Zeitraum gezählt worden. Dabei ist in Richtung Norden die Durchschnittszahl in diesem Jahr um 74 auf 9160 Lkw gegenüber dem Vorjahr gesunken. In Richtung Süden waren es im Schnitt mit 8715 Lastern 65 mehr als im Vergleichszeitraum des Jahres 2019.

Sechs Autobahnen

Die Autobahnpolizei Münster ist neben der Autobahn 1 zwischen den Anschlussstellen Bockum-Hövel und Osnabrück-Hafen für die Autobahn 30 im Bereich der Anschlussstellen Rheine-Nord und Hasbergen-Gaste zuständig. Zum Dienstbezirk gehören zudem Abschnitte der Autobahnen 2, 42, 43 (B 51 bis Herne-Eickel) und 52.mba

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Dass nicht noch mehr Lkw in Corona-Zeiten an Sonntagen auf der Autobahn unterwegs sind, erklärt sie damit, dass die Trucker in der Regel mit Terminen für Be- und Entladen unterwegs seien. Und das sei an Sonntagen wohl nach wie vor die große Ausnahme.

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