Aufführungen an der Freilichtbühne unter Corona-Bedingungen
Bei 300 Besuchern ist Schluss

Reckenfeld -

Endlich wird wieder gespielt an der Freilichtbühne Greven-Reckenfeld, aber auch hier unter ganz besonderen Vorzeichen.

Freitag, 31.07.2020, 10:00 Uhr aktualisiert: 06.08.2020, 09:31 Uhr
Heute Abend feiert die Wiederauflage der „Pension Schöller“ Premiere.
Heute Abend feiert die Wiederauflage der „Pension Schöller“ Premiere. Foto: Axel Engels

Wenn die Freilichtbühne heute Abend nach langer Abstinenz endlich wieder den Spielbetrieb aufnimmt, dann geschieht das – wie eigentlich alles momentan – unter ganz besonderen Vorzeichen.

Für die Vorstellungen haben die Bühnen-Aktiven ein Hygienekonzept ausgearbeitet, das es einerseits möglich macht, endlich wieder Kultur anzubieten, andererseits aber auch dem Infektionsschutz genüge trägt.

Wichtigste Einschränkung: Es werden nicht alle Sitzplätze vergeben. „Wir haben uns entschieden, nicht mehr als 300 Plätze zu besetzen“, sagt Bühnen-Geschäftsführerin Petra Niepel. Wenn sonst bei Erwachsenenstücken die „Hütte“ voll sei, begrüße man bis zu 640 Besucher. Die Reduzierung der Besucherzahlen auf etwa die Hälfte ist quasi eine Selbstverpflichtung der Bühne. Denn offiziell dürften laut Niepel die Kapazitäten auch voll ausgeschöpft werden, solange die Nachverfolgung der Besucher garantiert sei.

Ein Grund für die Begrenzung der Zuschauerzahlen: der Mehraufwand, den die Bühnen-Mitarbeiter betreiben müssen, um im Vorfeld der Aufführungen Daten der Zuschauer zu erfassen. „Das ist ein erheblicher Mehraufwand“, sagt Niepel. Von jedem Zuschauer müssten bei der Kartenreservierung Kontaktdaten erhoben werden, um im Falle eines Falles reagieren zu können.

Aktuell steht das Telefon in der Geschäftsstelle zwar kaum still. „Es dürfte aber gern mehr sein“, sagt Niepel. Für die meisten Vorführungen gibt es – trotz reduzierter Kapazitäten – noch Karten. Viele Zuschauer scheuen offenbar das Risiko einer Ansteckung oder fürchten, dass die Atmosphäre unter den Schutzmaßnahmen leidet.

Apropos: „Der Klimbim-Shop hat nicht geöffnet“, erläutert Niepel. Der Kiosk aber sehr wohl. Getränke in Flaschen und Kaffee könne man anbieten, mit einer Industriespülmaschine könne man Tassen und Co. so heiß reinigen, dass jede Virus-Sorge obsolet sei. Beim Betreten des Bühnengeländes und auch beim weiteren Aufenthalt müssen Gäste einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Sobald die Gäste ihre Plätze eingenommen haben, darf dieser dann abgelegt werden. Besuchergruppen, etwa Familien oder Freundeskreise, dürfen zusammensitzen. Zu den nächsten Banknachbarn werde man aber einen Platz frei lassen. Überhaupt ist natürlich die Distanzregel ein wichtiges Gebot, das eingehalten werden muss. „Wir werden darauf achten, dass sich die Menschen nicht so sehr begegnen.“ Dafür sollen die Besucher beim Betreten und Verlassen der Bühne über bestimmte Wege geleitet werden, damit es auf dem Gelände möglichst wenig Begegnungsverkehr gibt.

Die „Pension Schöller“, Wiederauflage aus dem vergangenen Jahr, feiert heute um 19 Uhr Premiere. Die nächsten Aufführungen folgen am Samstag, 1. August, um 19 Uhr und am Sonntag, 2. August, um 16 Uhr. Die weiteren Termine sind: Freitag, 4. September, um 19 Uhr und am 5. und 6. September jeweils um 16 Uhr.

Zudem führt die Bühne in diesem Jahr „Die Welle“ und „Gretchen 89ff“ auf. Bei beiden Stücken wird die Zuschauerzahl noch weiter reduziert, weil die Besucher direkt vor der oder sogar auf der Bühne sitzen werden. „Beide Stücke brauchen die Nähe“, sagt Niepel. Bei Gretchen plane man daher mit rund 50 Zuschauern, bei der Welle mit etwas mehr.

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