Drittes Konzert im Soundgärtchen
Ein Abend der großen Gefühle

Lengerich -

Von „beeindruckend“ über „wunderbar“ bis „ich habe immer noch Gänsehaut“ reichten die Emotionen der Besucher am Ende des Konzerts im Soundgärtchen. Fernant Zeste und Lucas Scholz hatten bleibenden Eindruck hinterlassen.

Mittwoch, 05.08.2020, 13:10 Uhr aktualisiert: 05.08.2020, 14:00 Uhr
Lucas Scholz
Lucas Scholz Foto: Thomas Haltermann

Zeitweise hätte man in den kurzen Atem-Pausen innerhalb der Songs eine Stecknadel fallen hören können – so gebannt verfolgte jüngst das Publikum die Auftritte des belgischen Bluesmusikers Fernant Zeste und des 18-jährigen Lucas Scholz im Soundgärtchen. Es war ein Abend der großen Gefühle: mit Songs über die Liebe, ihr Scheitern, über die innere Zerrissenheit, den Abschied und den Tod – aber auch mit Premierenfieber, Begeisterung, enormer Spielfreude, einigen Tränen der Rührung und am Ende mit einem glücklichen Publikum.

Es dauerte nur wenige Sekunden, dann wurde es nach den ersten Zeilen von „Ain‘t no sunshine“ mucksmäuschenstill im Publikum. Lucas Scholz startete sein Konzertdebüt cool und stimmgewaltig und zog mit seinem zurückhaltendem Gitarrenspiel und großer Präsenz seiner Stimme die Zuhörer in seinen Bann. Und spätestens bei der sehr eigenen Coverversion von „Imagine“ von John Lennon gab es bei dem ein oder anderen Besucher ein paar Tränchen zu trocknen.

Bejubelter Premierenauftritt

Nach 30 Minuten beendete Lucas Scholz seinen bejubelten Premierenauftritt mit seinem ersten selbst geschriebenen Song „Second Soul“, um dann als Zugabe gemeinsam mit Fernant Zeste „House of the rising sun“ anzustimmen. Zu dem Duett hatten sich die beiden Musiker erst kurz vor der Show verabredet.

Im Anschluss entfaltete Fernant Zeste mit seinem Indie-Blues melancholische und mitunter schmerzhafte Gefühle im vollbesetzten Soundgärtchen. „A perfect concert for broken hearts“ betitelt er selbst seine Auftritte – und tatsächlich brachte der belgische Musiker aus Gent mit dem Sound seiner elektrischen Gitarre und seiner prägnanten Stimme den Gefühlskosmos gebrochener Herzen in ein beeindruckendes musikalisches Format: mal melancholisch traurig, mal verzweifelt und zerrissen – aber oft mit einer Spur Hoffnung und Leichtigkeit in den Harmonien und Riffs.

„All is fine now“ hieß einer der Songs von Fernant Zeste, den er kürzlich auf einem Album veröffentlicht hat. Und am Ende der zweistündigen musikalischen Unterhaltung war wirklich „alles wieder gut“.

"Fantastisches Erlebnis"

Die Besucher fanden die Auftritte beider Künstler „beeindruckend“, „wunderbar“ bis hin zu „ich habe immer noch Gänsehaut“, berichten die Veranstalter. „Normalerweise höre ich keinen Blues“, so eine Besucherin, „aber hier in der Soundgärtchen-Atmosphäre war es ein fantastisches Erlebnis!“

Iris Gottwald und Thomas Haltermann, die gemeinsam mit vielen Freunden und der Familie die Konzerte organisieren, waren ebenfalls glücklich: „Schön, dass heute Abend so viele alteingesessene Lengericher einfach mal vorbeigeschaut haben. Dass wir in so schwierigen Zeiten von Corona mit so vielen notwendigen Sicherheitsauflagen überhaupt Konzerte durchführen können, empfinden viele unserer Gäste und die Musiker als großes Geschenk.“

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