75 Jahre nach Atombombenabwürfen
Gedenken und Prostest vor der UAA

Gronau -

75 Jahre nach dem Atombombenabwurf auf Nagasaki wird es am Sonntag eine Demonstration vor der Urananreicherungsanlage in Gronau geben.

Freitag, 07.08.2020, 08:18 Uhr aktualisiert: 07.08.2020, 08:20 Uhr
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„A Foto: Martin Borck

Ein Bündnis aus Anti-Atomkraft- und Friedens-Initiativen ruft zu einer Demonstration am Sonntag (9. August) an der Urananreicherungsanlage (UAA) Gronau auf. Anlass ist der 75. Jahrestag der Atombombenabwürfe über Hiroshima und über Nagasaki am 6. bzw. 9. August 1945. Damals starben mehr als 200 000 Menschen an den Folgen des Atombombenabwurfs.

Die zentrale Kundgebung findet um 14 Uhr vor dem Haupttor der UAA an der Röntgenstraße statt. Aus Ahaus, Heek, Enschede, Legden und Ochtrup nehmen Atomkraftgegner an einer Fahrrad-Sternfahrt nach Gronau teil. Die zentrale Raddemo startet um 13 Uhr am Bahnhof in Gronau. Um 13.30 Uhr verkehrt ein Shuttle-Bus vom Bahnhof Gronau zur UAA.

„75 Jahre nach den verheerenden Atombombenabwürfen über Hiroshima und Nagasaki steckt die Welt mitten in einem neuen atomaren Wettrüsten“, sagt Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen. „Das ist zutiefst beunruhigend. Auch die Bundesregierung hält sich mit dem Betrieb der Urananreicherungsanlage in Gronau die technische Option zum Bau von Atombomben offen. In den USA spricht die Betreiberfirma Urenco nach US-Medienberichten mit dem Pentagon über konkrete militärische Projekte wie den Bau von Mini-Reaktoren für das US-Militär. Wenn die Bundesregierung es mit der atomaren Abrüstung ernst meint, dann muss sie diese Militarisierung der Urananreicherung unterbinden, die Urananreicherung in Gronau und die dazugehörige Uranzentrifugen-Entwicklung in Jülich komplett beenden sowie dem von ICAN initiierten UN-Atomwaffenverbotsvertrag beitreten.“

Bei der Kundgebung vor der Urananreicherungsanlage wird ein Redebeitrag der japanisch-deutschen Initiative Sayonara Nukes aus Düsseldorf an die Atombombenabwürfe erinnern. Ein Aktivist von Fossil Free Münster wird über eine Friedens-Freizeit in Hiroshima berichten. Mit einer Schweigeminute wird der zahllosen Opfer der Atombombenabwürfe gedacht.

Die Initiativen und Verbände, die zum Protest gegen die Urananreicherung aufrufen, lehnen die jetzt anlaufenden Lieferungen von angereichertem Uran für die Brennelemente der neuen AKW der Vereinigten Arabischen Emirate ab. „Damit trägt der britisch-deutsch-niederländische Urenco-Konzern in Zusammenspiel mit den deutschen Miteigentümern RWE und Eon und mit der Zustimmung der Bundesregierung mit zur gefährlichen Nuklearisierung in einer ohnehin instabilen Region bei.“ Dass Urenco sich hier engagiere, sei genauso wenig nachvollziehbar wie die Lieferungen von angereichertem Uran für die Alt-Reaktoren der Ukraine oder nach Belgien, so Udo Buchholz vom Arbeitskreis Umwelt Gronau und Vorstandsmitglied im Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz.

Um Corona-Infektionen zu vermeiden, rufen die Veranstalter für die Kundgebung zum Tragen von Mund-Nasenschutz-Masken sowie zur Einhaltung der entsprechenden Abstandsregeln auf.

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