Pandemie bremst die Vorfreude auf die Einschulung nicht
i-Dötzchen Hedda trotzt dem Coronavirus

Greven -

Hedda Altfeld erlebt am kommenden Donnerstag zum zweiten Mal eine Einschulung. Vor drei Jahren war sie bei ihrer Schwester dabei – nun ist sie selbst das i-Dötzchen. Doch das ist nicht der einzige wesentliche Unterschied zwischen den beiden Einschulungen. Und Schuld hat das Coronavirus.

Samstag, 08.08.2020, 16:50 Uhr aktualisiert: 08.08.2020, 17:06 Uhr
Kreide und Mäppchen gehören in Hedda Altfelds Tornister – aber eben auch eine Maske. Am Donnerstag wird die Grevenerin eingeschult. Vom Coronavirus lässt sie sich den Tag nicht vermiesen.
Kreide und Mäppchen gehören in Hedda Altfelds Tornister – aber eben auch eine Maske. Am Donnerstag wird die Grevenerin eingeschult. Vom Coronavirus lässt sie sich den Tag nicht vermiesen. Foto: Gunnar A. Pier

Hedda weiß, wo der Tornister steht, aber sie kommt nicht dran, weil Mama ihn extra zu hoch ins Regal gestellt hat. Das blaue Prachtstück mit den pinken Streifen ist gewissermaßen unter Verschluss. Bis kommenden Donnerstag. Dann kommt Hedda in die Schule. Sie ist ein i-Dötzchen, und zwei Sachen sind schon mal klar: Hedda ist bereit – und vom blöden Coronavirus wird sie sich den Tag nicht vermiesen lassen.

Es ist bereits die zweite Einschulung, die die Grevenerin miterlebt. Vor drei Jahren war sie bei ihrer großen Schwester dabei. Erinnern kann sie sich kaum, Tilda hingegen weiß es noch genau. Mit leuchtenden Augen erzählt sie von der Begrüßungsveranstaltung in der Rönnesporthalle. Die Zweit- und Drittklässler hatten Lieder und kleine Schauspielszenen vorbereitet, der Schulchor sang. Beide Omas, beide Opas und die Patentante fieberten mit. „Auf dem Schulhof hatten dann alle Schüler Tücher in der Hand und standen Spalier, wir sind da durchgegangen – das war soo toll!“

Auf dieses Tamtam wird Hedda Altfeld am Donnerstag verzichten müssen. Das Coronavirus zwingt zum Abstandhalten, und an so mancher Grundschule haben sie bis zuletzt gebangt, ob wenigstens beide Elternteile mitkommen dürfen zu dem großen Ereignis und nicht nur Mama oder nur Papa. Die Marien-Grundschule begrüßt Hedda und die anderen Neuen klassenweise, beide Eltern dürfen mit, aber Brötchen und Kaffee gibt es diesmal nicht. Nach einer Einführung in der Mensa oder dem Foyer gehen die i-Dötzchen mit der Lehrerin ins Klassenzimmer, während die Eltern auf dem Schulhof in markierten Bereichen warten. Und ganz bald geht es zurück nach Hause.

Das Beste draus machen

Immerhin: Alle scheinen das Bestmögliche draus zu machen. Elternabende im Vorfeld, Schnuppertage an der Schule, Kennenlerntreffen vor dem großen Tag – kaum möglich, nicht ratsam. Hedda kennt ihre Klassenlehrerin dennoch: Sie war einen Vormittag bei ihr in der Kita. „Sie hat mit uns gerechnet und ein Buch vorgelesen. Und sie hatte Hugo dabei!“ Raupe Hugo, das Klassenmaskottchen. Aufwärmübungen im kleinsten Kreis.

Das Kleidchen hängt bereit

Der Vorfreude freilich schadet das nicht. Das geblümte Kleidchen für den großen Tag hängt bereit. Lesen, rechnen, schreiben will sie lernen. „Und neue Freunde kennenlernen, das ist das Beste!“, sagt sie und strahlt. Das sollte klappen: Nur zwei Klassenkameraden kennt sie schon, alle anderen sind neu.

Dicke Stifte, dünne Stifte, Wechselstifte

Ihr Tornister ist längst gepackt. Was drin ist, weiß Hedda genau: Kreide, dünne Stifte, dicke Stifte, Wechselstifte, Glitzer-Klebestift, Anspitzer, Mund-Nase-Schutz. Sie durfte alles mitnehmen, als sie in der Kita zwei Tage lang Schule gespielt haben – inklusive Stundenplan und Hausaufgaben. Und zu Hause hat sie auch schon manchmal heimlich Schule gespielt. Bis Mama den Tornister hochgestellt hat.

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