Helios-Klinik hat Therapiebad geschlossen
Ehemalige Nutzer sind verärgert

Lengerich -

Massive Kritik haben Nutzer des Therapiebads in der Helios-Klinik am Krankenhaus geübt. Sie seien zu spät informiert worden, für weitere Gruppen hätten keine Zeiten zur Verfügung gestanden. Gegenüber den WN hatte die Helios-Klinik darauf verwiesen, dass die Zahl der Nutzer gering sei und teure Reparaturen anstehen würden.

Dienstag, 11.08.2020, 05:45 Uhr aktualisiert: 11.08.2020, 18:32 Uhr
Die Helios-Klinik hat das Therapiebad geschlossen. Über die Art und Weise, wie das den Nutzern vermittelt wurde, gibt es Beschwerden von WN-Lesern.
Die Helios-Klinik hat das Therapiebad geschlossen. Über die Art und Weise, wie das den Nutzern vermittelt wurde, gibt es Beschwerden von WN-Lesern. Foto: Helios-Klinik

Eine überschaubare Zahl von Nutzern und hohe Kosten mit Blick auf anstehende Sanierungsarbeiten. So hat die Helios-Klinik gegenüber den Westfälischen Nachrichten die Schließung des Therapiebades im Haus begründet (WN vom 22. Juli). Eine Argumentation, der sich etliche Nutzer des Wasserbeckens nicht anschließen können. Das ist in zwei Leserbriefen und zahlreichen Anrufen in der Redaktion deutlich geworden.

Ende April/Anfang Mai hat die Klinik nach eigenen Angaben die Nutzer des Therapiebades schriftlich über die bevorstehende Schließung informiert. Zugleich habe sie angeboten, sich bei Gesprächsbedarf zu melden, heißt es in einer Stellungnahme gegenüber den WN. „Wenn die Information zur Beendigung des Badbetriebes von Nutzern als sehr kurzfristig empfunden wurde, bedauern wir das sehr“, heißt es darin wörtlich.

Schriftliche Information über die Schließung des Therapiebads

Gleich mehrere Leserinnen und Leser haben in Telefonaten mit der Redaktion darauf hingewiesen, dass freitagsvormittags vier Gruppen des TV Lengerich das Therapiebad genutzt hätten. Einer fünften Gruppe habe kein Zeitfenster zur Verfügung gestellt werden können. Dazu heißt es von Seiten des Krankenhauses: „Dass angefragte Termine nicht immer wunschgemäß vergeben werden konnten, lag auch an bereits belegten Zeitfenstern, in denen bestimmte Kurse stattfinden sollten.“

In den vergangenen Jahren, so berichten die WN-Leser, seien diverse Reparaturarbeiten im Therapiebad vorgenommen worden. Unter anderem sollen die Sanitär- und Duschbereiche saniert worden sein, Filter und Pumpen repariert worden, ebenso die Fugen im Wasserbecken.

Die für eine Wiederinbetriebnahme jetzt anstehenden Reparatur- und Instandhaltungskosten hingegen wären auch mit einer vertretbaren Erhöhung der Nutzergebühren nicht aufzufangen

Stellungnahme der Helios-Klinik

Dass Sanierungsmaßnahmen durchgeführt worden sind, bestätigt die Helios-Klinik. Nur dadurch habe „in den zurückliegenden Jahren“ der Betrieb aufrechterhalten werden können. „Die für eine Wiederinbetriebnahme jetzt anstehenden Reparatur- und Instandhaltungskosten hingegen wären auch mit einer vertretbaren Erhöhung der Nutzergebühren nicht aufzufangen“, heißt es in der Stellungnahme weiter.

Konkret wird Marina Dorsch, Regionalleiterin Unternehmenskommunikation des privaten Krankenhaus-Konzerns, auf Nachfrage der Redaktion. „Alleine zur Abdeckung der Energiekosten (ohne Personal- und Wartungskosten) wäre eine Erhöhung der Nutzerentgelte um rund 150 Prozent erforderlich.“ Hinzu kämen anstehende Reparatur- und Instandhaltungskosten in einem mittleren fünfstelligen Euro-Bereich. „Wir dürfen Ihnen und auch den Nutzern versichern, dass wir uns die Entscheidung zur Schließung nicht leicht gemacht haben.“

Kommentar

Chance leichtfertig vertanDa ist wohl einiges schief gelaufen: Die Helios-Klinik schließt ihr Therapiebad, die Nutzer fühlen sich übers Ohr gehauen. Die Wahrheit liegt wahrscheinlich irgendwo in der Mitte.

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Was etlichen Nutzern des Therapiebads kein Trost ist. Sie stehen buchstäblich auf dem Trockenen beziehungsweise haben oder müssen sich woanders eine entsprechende Gelegenheit suchen, um ihre Therapien weiterführen zu können.

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