Verdacht gegen ehemaligen leitenden Pfarrer
Staatsanwaltschaft ermittelt

Steinfurt/Münster -

Die Staatsanwaltschaft in Münster hat die Ermittlungen aufgenommen. Beschuldigt wird ein ehemaliger leitender Pfarrer der Gemeinde St. Nikomedes, gegenüber einem weiteren Priester sexuell übergriffig geworden zu sein (diese Zeitung berichtete ausführlich).

„Die Anzeige ist am Montag bei uns eingegangen“, bestätigte Martin Botzenhardt, Sprecher der münsterischen Ermittlungsbehörde.

Mittwoch, 12.08.2020, 16:52 Uhr aktualisiert: 17.08.2020, 15:34 Uhr
Die Nikomedes-Gemeinde in Borghorst ist geschockt von den Vorwürfen gegen den ehemaligen leitenden Pfarrer.
Die Nikomedes-Gemeinde in Borghorst ist geschockt von den Vorwürfen gegen den ehemaligen leitenden Pfarrer. Foto: Axel Roll

Seine Kollegen würden die Vorwürfe gegen den Steinfurter Priester jetzt auf strafrechtlicher Relevanz prüfen. In welche Richtung ermittelt werde, könne er deswegen zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen.

Pfarrer Dr. Jochen Reidegeld hatte nach Bekanntwerden der Vorwürfe gegen den Priester in den Gottesdiensten am Wochenende jeweils kurz Stellung genommen. Gudrun Niewöhner als Pressesprecherin des Bistums betonte weiterhin, dass die Pfarrleitung auf den Wochenmärkten vertreten gewesen sei – an diesem Wochenende mit Verstärkung durch zwei Pastoralreferenten. Diese Aktion läuft in den Sommerferien völlig unabhängig von dem Verdacht gegen den ehemaligen leitenden Pfarrer. Sie ist Teil einer Öffentlichkeitskampagne, die in der Corona-Krise ins Leben gerufen worden war, um den Menschen Mut zu machen. Aber natürlich waren die Vertreter der Gemeinde am Wochenende häufig Ansprechpartner in dem Fall.

Das mutmaßliche Opfer hatte Anfang August Strafanzeige gegen seinen ehemaligen Vorgesetzten erstattet. Bereits Ende 2018 hatte der Priester beim Generalvikariat eine offizielle Aussage gemacht. Danach soll er von den Verantwortlichen mehrfach aufgefordert worden sein, Anzeige zu erstatten.

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