Urenco
Ende der Urantransporte nach Russland in Sicht?

 Gronau -

Enden bald die Uran-Transporte von Gronau nach Russland? Anti-Atomkraft-Initiativen berichten von Anzeichen, die darauf hindeuten. Gleichzeitig kritisieren sie, dass sich das Volumen des abgereicherten Uranhexafluorids, das in Gronau aufbewahrt wird, weiter erhöht habe.

Dienstag, 01.09.2020, 20:30 Uhr aktualisiert: 02.09.2020, 17:24 Uhr
Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen – hier bei einer Demo vor der Urenco.
Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen – hier bei einer Demo vor der Urenco. Foto: Frank Zimmermann

Anti-Atomkraft-Initiativen halten ein Ende der Uran-Transporte von der Urananreicherungsanlage in Gronau nach Russland für möglich. So seien laut einem Schreiben des Bundesumweltministeriums in diesem Jahr offenbar noch zwei Transporte mit jeweils 900 Tonnen abgereichertem Uranhexafluorid (UF6) zu erwarten, erklärte die Initiative Sofortiger Atomausstieg (Sofa) Münster am Dienstag.

Der Energiekonzern E.ON teilte dem Dachverband Kritischer Aktionärinnen und Aktionäre zudem mit, dass es „derzeit keine konkreten Planungen“ für weitere Transporte nach 2020 geben soll. E.ON hält zusammen mit RWE ein Drittel der Anteile am Unternehmen Urenco, das die Urananreicherungsanlage betreibt.

Die Initiativen begrüßten den möglichen Stopp der „Uranmüllexporte“ nach Russland, kritisierten jedoch, dass sich das Volumen des abgereicherten UF6, das in der Anlage aufbewahrt wird, weiter erhöht habe. So sollen sich laut Bundesumweltministerium zum 30. Juni noch rund 17 100 Tonnen abgereichertes UF6 auf dem Gelände der Urananreicherungsanlage befunden haben. Man befürchte deshalb, dass es „bald neue Exportwünsche von Urenco“ gibt, sagte Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis „Münsterland gegen Atomanlagen“. „Es gibt keine sichere Entsorgungsmöglichkeit für den Uranmüll – weder in Gronau noch in Russland“, betonte er. Die Stilllegung der Urananreicherungsanlage in Gronau sei deshalb zwingend erforderlich.

Die Anti-Atomkraft-Initiativen kündigen zusammen mit russischen Partnerorganisationen neue Proteste gegen die kommenden Uranmülltransporte an. Am kommenden Sonntag (6. September) findet in Gronau an der Urananreicherungsanlage der traditionelle Sonntagsspaziergang statt. Für den 14. September rechnen die Initiativen mit dem nächsten Uranmülltransport nach Russland. Es würden Mahnwachen an der Bahnstrecke vorbereitet.

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