Ausbildungsmarkt im Münsterland
IHK-Präsident Hüffer freut sich über Zunahme der Ausbildungsverträge

Münster -

Der Rückstand, den der Ausbildungsmarkt im Münsterland und in der Emscher-Lippe-Region durch die Corona-Pandemie gegenüber dem Vorjahr hat, ist deutlich kleiner geworden. Das meldete die Indus­trie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen am Mittwoch in Münster.

Mittwoch, 02.09.2020, 14:00 Uhr aktualisiert: 02.09.2020, 14:16 Uhr
IHK-Präsident Dr, Benedikt Hüffer
IHK-Präsident Dr. Benedikt Hüffer Foto: IHK

Am Stichtag 31. August lag die Zahl neuer Ausbildungsverträge bei der IHK Nord Westfalen noch 13,5 Prozent niedriger als zum selben Zeitpunkt des Vorjahres. Zu Beginn des Ausbildungsjahres vor vier Wochen betrug der Rückstand fast 19 Prozent.

„Wir holen auf“, freut sich IHK-Präsident Dr. Benedikt Hüffer: „Corona hat den stärksten Motor der Fachkräftesicherung gebremst, aber nicht abgewürgt.“ 7859 neue Auszubildende haben die Unternehmen in Nord-Westfalen bis Ende August eingestellt. 1230 weniger als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. In Münsterland beträgt der Rückstand 14 Prozent (minus 919 Ausbildungsplätze) und in der Emscher-Lippe-Region 13,5 Prozent (minus 311 Ausbildungsplätze). Damit steht der IHK-Bezirk Nord Westfalen insgesamt etwas besser da als das Land NRW, das ein Minus von 16,8 Prozent verzeichnet.

„Besser spät als gar nicht“

„Der Ausbildungsmarkt hat in diesem Jahr Verspätung“, sagt Hüffer, um zu betonen, dass die Unternehmen auch in den nächsten Wochen noch Auszubildende einstellen können. Er appelliert er an die Unternehmen, so viele Ausbildungsplätze zu besetzen, wie sie es vor Corona geplant haben. „Besser spät als gar nicht“, so der IHK-Präsident. Er verweist dabei auf das drastisch sinkende Angebot an Fachkräften schon bis 2023 – das Jahr, in dem die Auszubildenden, die jetzt eingestellt werden, als Fachkräfte zur Verfügung stehen würden.

 Trotz der jetzt spürbaren Nachholeffekte rechnet der IHK-Präsident aber nicht damit, dass die gewerbliche Wirtschaft im Münsterland und in der Emscher-Lippe-Region in diesem Jahr die Ausbildungszahlen von 2019 erreicht. Das sei schon angesichts der ebenfalls stark gesunkenen Zahl an Bewerbern nicht möglich.

Hinzu komme eine spürbare und auch nachvollziehbare Zurückhaltung bei der Personalplanung, berichtet Hüffer über die Auswirkungen der Coronakrise. Dennoch will die IHK auch in den nächsten Wochen weiter für Ausbildung werben. Schließlich unterstützt sie Mitgliedsunternehmen bei der Besetzung von derzeit 380 freien Ausbildungsplätzen.

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