Superintendent Ándre´Ost mit großer Mehrheit wiedergewählt
„Als Kirche wirksam bleiben“

Lengerich/Tecklenburger Land -

Der alte Superintendent ist auch der Neue: Andre Ost ist mit großer Mehrheit von der Kreissynode bestätigt worden. In der Stadtkirche war für die Synodalen alles „corona-gerecht“ vorbereitet worden.

Montag, 07.09.2020, 19:29 Uhr
Die Delegierten waren in der Stadtkirche Lengerich zu zahlreichen Wahlen aufgerufen.
Die Delegierten waren in der Stadtkirche Lengerich zu zahlreichen Wahlen aufgerufen.

Andre´Ost ist mit überwältigender Mehrheit in seinem Amt als Superintendent bestätigt worden. Er bekam am Montag 70 der 72 gültigen Stimme bei der Synode des Evangelischen Kirchenkreises. Auch sein Stellvertreter Synodalassessor Jörg Oberbeckmann wurde wiedergewählt.

Die Synode war „coronatauglich“ vorbereitet worden. „In diesem Jahr ist alles ein bisschen anders“ hatte Ost bei der Begrüßung der Delegierten aus den 17 Kirchengemeinden zugerufen.

Oberkirchenrätin Katrin Göckenjan-Wessel überbrachte die Grüße der evangelischen Landeskirche. Gerade in diesen Zeiten sei es wichtig, gemeinsam auf dem Weg zu sein. „Sie finden kreative Wege und nutzen die Chancen für bisher ungeahnte Möglichkeiten“. Zeiten von Pandemien bedeuteten für viele Menschen Unsicherheit und Vereinzelung, auch Gesundheit, Leben und Existenzen seien gefährdet.

Insgesamt 160 Positionen müssten im Kirchenkreis besetzt werden. „160 Menschen, die die leiten und gestalten wollen“.

In seinem Bericht plädiert Superintendent Andre Ost für ein verantwortungsvolles Haushalten im evangelischen Kirchenkreis Tecklenburg. Dieser Gedanke fuße nicht nur auf den Erkenntnissen der Freiburger Studie, wonach die evangelischen Kirche 2060 nur noch die Hälfte der heutigen Mitglieder haben werde und somit weniger Einnahmen. „Auch die Corona-Pandemie hat uns Einnahmeverluste gebracht, dessen genaue Zahlen wir aktuell noch gar nicht kennen.“ Ost zeigte sich überzeugt, dass auch eine kleinere Kirche nicht weniger wirksam sein müsse. „Wir müssen sehen, auf welche Faktoren wir als Kirche aktiv Einfluss nehmen können“.

Ost empfahl den Synodalen die Lektüre aller in Schriftform vorliegenden Beiträge. Sie seien „Zeugnisse für die lebendige Arbeit in vielen Bereichen“, zum Teil auch „in noch so kleinen Nischen. „wo kaum jemand mitbekommt, wie wirksam Kirche sein kann.“

Sein Vertreter Jörg Oberbeckmann dankte Ost für den engagierten und ausführlichen Bericht, der auch dazu beitrage, die Arbeit des Vorstands transparent zu machen.“

Beim Tagesordnungspunkt Wahlen nahm Jutta Kiquio als Vorsitzende des Nominierungsausschusses Bezug auf das Grußwort der Oberkirchenrätin. Sie sagte, es sei schwierig gewesen, für alle Positionen Menschen zu finden. Das liege „wohl an der Tradition, dass sich viele im wahrsten Sinne des Wortes in ein Amt berufen lassen wollen“. Sie appellierte, doch für das Interesse an der Arbeit für unsere „gemeinsame Sache“ in vielen Bereichen deutlich sichtbar den Finger zu heben. „Ein Ausschuss kann nicht alle Menschen und ihre Fähigkeiten kennen.“

Nach der Wiederwahl erläuterte Andre`Ost die aus seiner Sicht wichtigsten Herausforderungen der neuen Amtsperiode. Es gehe darum, eine gemeinsame kreiskirchliche Verwaltung in Münster zu etablieren. „Dieser Prozess muss gelingen.“ Am Freitag kommen die Umzugswagen nach Lengerich. Er sei auch davon überzeugt, dass es in der Pfarrstellenplanung einen Umbruch gebe werde. „Jetzt müssen wir Gemeindegrenzen kooperativer gestalten und die Regionalstruktur mit Leben füllen“. Für möglicherweise erwartbare finanzielle Engpässe forderte Ost eine „Aufgabenklärung“. Dabei stehe auch die Frage des besonderen Profils des Kirchenkreises im Raum. Dazu „kann ich mir vorstellen, in den kommenden Jahren eine Zukunftswerkstatt einzuberufen“. Dabei könne auch die Kirchenkreis-Konzeption überarbeitet werden. „In einem gemeinsamen Prozess können wir dann neue Ziele definieren.“

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