Versuchter Raubüberfall bei Edeka Tinz
Mit gezückter Waffe in den Supermarkt

Senden -

Die Polizei sucht drei junge Täter wegen eines versuchten Raubüberfalls auf einen Supermarkt in Senden.

Mittwoch, 16.09.2020, 11:52 Uhr aktualisiert: 16.09.2020, 17:44 Uhr
Im Ladenlokal von Edeka Tinz wurde am Samstag ein versuchter Raubüberfall begangen.
Im Ladenlokal von Edeka Tinz wurde am Samstag ein versuchter Raubüberfall begangen. Foto: di

Raubüberfall auf einen Supermarkt: Unbekannte Täter betraten am Samstag kurz nach 21 Uhr den Edeka-Markt in Senden, zückten eine Waffe und forderten die Tageseinnahmen. Es soll sich um drei junge Leute handeln, die flüchteten, ohne Beute zu machen. So wird es auf WN-Anfrage im Laden berichtet.

Die Polizei selbst hat bisher keine Pressemitteilung verbreitet – aus ermittlungstaktischen Gründen, wie es in der Pressestelle der Kreispolizeibehörde heißt, die den Vorfall bestätigt, ohne bislang nähere Angaben zu machen. Gleichwohl ruft die Polizei Zeugen des versuchten Raubüberfalls auf, sich unter  0 25 41/14 0 zu melden.

Beteiligte schildern gegenüber unserer Zeitung den Vorfall so: Eine Seitentür des Supermarktes, zu der man durch das Treppenhaus des Wohn- und Geschäftshauses gelangt, öffnete sich kurz nach Geschäftsschluss. Eine Mitarbeiterin merkte, dass maskierte Männer ins Geschäft eindringen wollten. Sie drückte gegen die Tür und rief ihre Kollegen zur Hilfe. Drei Beschäftigte des Supermarktes schafften es trotzdem nicht, die drei Männer abzuwehren. Eine Mitarbeiterin des Ladens wurde im Zuge des Überfalls so heftig getreten und geschlagen, dass sie großflächig tiefdunkle Hämatome an der Schulter und Oberschenkeln davon trug. „Erst da habe ich die Gefahr so richtig realisiert und Angst gespürt“, sagt sie den WN.

Erst da habe ich die Gefahr so richtig realisiert.

Edeka-Mitarbeiterin wurde von Räubern geschlagen und getreten

Weshalb der Raub beim Versuch blieb, ist unklar. Einer der erheblich gewaltbereiten Kriminellen hatte in gebrochenem Deutsch „Tresor auf!“ gerufen und seiner Forderung mit einer Pistole Nachdruck verliehen. Vier Beschäftigte des Marktes standen den Eindringlingen im ansonsten leeren Ladenlokal gegenüber.

Eine Edeka-Mitarbeiterin war auch bereits dabei, mit einem der Täter in Richtung Safe zu gehen, als sie merkte, dass der Räuber hinter ihr plötzlich verschwunden war.

Dank für couragiertes Verhalten der Belegschaft

Mechthild und Andreas Tinz, die den Edeka-Markt betreiben, unterstreichen die Hochachtung vor dem Verhalten ihrer Mitarbeiter. Sie hätten sich sehr couragiert und aufmerksam verhalten. Gleichwohl laute die generelle Devise ans Team, in diesen Situationen das Bargeld herauszugeben. Was die Marktleiterin, die den Tresor öffnen wollte, beherzigt hat, um ihre Kolleginnen und Kollegen nicht zu gefährden. Von denen steht eine immer noch so unter Schock, dass sie krank geschrieben worden ist. „Gemeinsam hat es funktioniert“, so die Edeka-Mitarbeiterin über die Abwehr des Überfalls.

Es war nicht der erste für die Edeka-Betreiber. Sowohl in Münster als auch in Senden war es bereits zu einem Überfall beziehungsweise dem Versuch, gewaltsam in den Laden einzudringen, gekommen.

Nachrichten-Ticker