Mehrere Einsätze auch im Münsterland
Razzia: Schlag gegen die Kinderpornografie

Münsterland -

Die Spur führt auch ins Münsterland: Bei einer landesweiten Razzia wegen Kinderpornografie sind am frühen Donnerstagmorgen zahlreiche Wohnungen und Häuser durchsucht worden. Dabei gab es auch Einsätze in Borken, Nottuln, Billerbeck, Coesfeld, Tecklenburg, Ibbenbüren und Warendorf.

Donnerstag, 01.10.2020, 16:42 Uhr aktualisiert: 01.10.2020, 19:59 Uhr
Die Leitung lag bei der Staatsanwaltschaft Köln: Ermittler sind am Donnerstag mit Durchsuchungen in Nordrhein-Westfalen gegen 80 Beschuldigte wegen des Verdachts der Verbreitung, des Erwerbs und des Besitzes von Kinderpornografie vorgegangen. Foto: dpa
Ermittler sind am Donnerstag mit Durchsuchungen in Nordrhein-Westfalen gegen 80 Beschuldigte wegen des Verdachts der Verbreitung, des Erwerbs und des Besitzes von Kinderpornografie vorgegangen. Foto: dpa Foto: Oliver Berg

Bei einer landesweiten Razzia wegen Kinderpornografie sind am frühen Donnerstagmorgen zahlreiche Wohnungen und Häuser durchsucht worden. Dabei gab es auch Einsätze in Borken, Nottuln, Billerbeck, Coesfeld, Tecklenburg, Ibbenbüren und Warendorf. Das bestätigte der Kölner Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer. Es gab allerdings keine Haftbefehle.

Durchsuchungen bei 80 Beschuldigten

Die Beamten durchsuchten in ganz NRW 64 Objekte und stellten Datenträger sicher. Es wurde gegen 80 Beschuldigte vorgegangen, so Bremer. Die Staatsanwaltschaft in Köln leitete den Einsatz.

Die Beschuldigten sollen sich vor allem über soziale Netzwerke kinderpornografische Inhalte verschafft haben. Es habe einzelne Geständnisse gegeben, teilte die Kölner Staatsanwaltschaft mit. Die Ermittler wiesen darauf hin, dass die neuen Durchsuchungen nicht auf Basis der Ermittlungsgruppe „Berg“ Köln erfolgten, die den Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach aufklären soll.

Täter verstecken sich hinter Pseudonymen 

Die Hinweise kamen dabei von ausländischen Behörden und Organisationen: „Die Durchsuchungsmaßnahmen richten sich sämtlich gegen Beschuldigte, die sich bzw. anderen vor allem über soziale Netzwerke kinderpornografische Inhalte verschafft haben sollen“, teilte die Staatsanwaltschaft Köln am Donnerstag mit.

Beteiligt waren auch Polizeidienststellen in Aachen, Bielefeld, Bonn, Detmold, Dortmund, Düsseldorf, Essen, Heinsberg, Höxter, Köln und Wuppertal.

Die Leitung lag bei der Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime NRW. Dort hat eine Taskforce die Arbeit aufgenommen. Sie versucht, den Pseudonymen im Netz echte Namen zuzuordnen. Nordrhein-Westfalen war in den vergangenen Jahren mehrmals von Missbrauchsfällen erschüttert worden - die Orte Lügde , Bergisch Gladbach und Münster haben sich mittlerweile in das kollektive Gedächtnis gebrannt.

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