Bewährungsstrafe und Geldbuße
Mutter und Tochter mit Faust verletzt

Tecklenburg -

Vor dem Amtsgericht Tecklenburg musste sich ein junger Mann aus Ibbenbüren wegen zweifacher Körperverletzung verantworten. Er hatte zwei Frauen verletzt.

Donnerstag, 01.10.2020, 19:56 Uhr aktualisiert: 02.10.2020, 15:50 Uhr
Bewährungsstrafe und Geldbuße: Mutter und Tochter mit Faust verletzt
Das gericht verurteilte den Angeklagten zu Bewährungsstrafe und Geldbuße. Foto: dpa

Auf zweifache Körperverletzung lautete die Anklage gegen einen jungen Mann aus Ibbenbüren bei einer Verhandlung am Mittwoch vor dem Amtsgericht Tecklenburg. Ihm wurde vorgeworfen, im Oktober vergangenen Jahres in Tecklenburg zwei Frauen mit Faustschlägen angegriffen und verletzt zu haben.

Nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaftschaft tauchte der Angeklagte am 8. September vergangenen Jahres vor dem Wohnhaus der Familie auf. Nachdem ihm die Mutter auf sein Klingeln hin öffnete, griff der Mann die Frau unvermittelt mit Faustschlägen an. Auch die zur Hilfe eilende Tochter wurde verletzt. Bei der Aktion soll der Mann gerufen haben: „Deine Tochter terrorisiert meine Verlobte.“

Die langwierige Beweisaufnahme mit der Vernehmung mehrerer Zeugen, darunter der beiden geschädigten Frauen, ergab für den Vorsitzenden Richter ein klares Bild. Dies erläuterte er in seiner Urteilsbegründung, nachdem er den Mann wegen Körperverletzung zu einer Bewährungsstrafe von fünf Monaten verurteilt hatte. Für ihn seien die Aussagen der Zeugen – besonders eines Nachbarn – deutlich glaubhafter als die lückenhaften Einlassungen des Angeklagten. Auch bemängelte er ein fehlendes Schuldeingeständnis des bisher nichtvorbestraften Mannes. „Da fehlt jeder Grund für eine Strafmilderung, zumal sich der Angriff nicht in irgendeinem Bierzelt, sondern im persönlichen Schutzbereich der Frauen abgespielt hat,“ so der Richter. Er stellte klar, selbst wenn es eine Auseinandersetzung zwischen der Verlobten des Angeklagten und einem Mitglied der Familie gegeben haben sollte – wofür keine Beweise vorgelegt wurden – rechtfertige das nicht die Anwendung von Gewalt.

Neben der Bewährungsstrafe wurde der Mann mit einer Geldbuße von 2000 Euro belegt, wovon er 700 Euro an die Geschädigten zahlen muss.

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