Staatsanwaltschaft beantragt Strafbefehl
Angeklagte erscheint nicht vor Gericht

Lengerich -

Der Zeuge erscheint, die Angeklagte nicht. Vor dem Amtsgericht Tecklenburg ist ein Verfahren wegen Betrug geplatzt. Die Staatsanwaltschaft beantragte einen Strafbefehl gegen die Angeklagte.

Montag, 05.10.2020, 13:20 Uhr aktualisiert: 05.10.2020, 17:32 Uhr
Das Amtsgericht Tecklenburg.
Das Amtsgericht Tecklenburg. Foto: Michael Baar

Als der Richter die Verfahrensbeteiligten aufrief, saß der geschädigte Zeuge mutterseelenallein vor dem Saal 23 des Amtsgerichts Tecklenburg. Von der angeklagten Betrügerin keine Spur. In dem Verfahren ging es um einen Fall von Betrug mit einer angenommenen Schadenssumme von 5000 Euro.

Im März 2019 beauftragte die Beschuldigte ein Lengericher Unternehmen, dass sich auf den Ausbau von Wohnwagen und Wohnmobilen spezialisiert hat, mit dem Innenausbau eines Geländewagens. Sie leistete eine Anzahlung von 800 Euro: Bei Abholung des fertigen Fahrzeugs vertröstete sie den Geschädigten damit, die Restsumme überweisen zu wollen.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Frau nie die Absicht hatte, diese Schuld zu begleichen. Ein vergleichbares Verfahren gegen die Frau in Königs Wusterhausen gebe Anlass, dies zu vermuten, erläuterte die Staatsanwältin in der Verhandlung.

Da mit dem Nichterscheinen der Angeklagten die Durchführung der Hauptverhandlung unmöglich wurde, beantragte die Staatsanwaltschaft einen Strafbefehl in Höhe von 90 Tagessätzen a 30 Euro gegen die nicht erschienene Angeklagte. Die Höhe der Strafe richtet sich dabei nicht nach der Höhe des entstandenen Schadens, sondern an den geschätzten Einkommensverhältnissen der Betrügerin aus. Der Lengericher wird wohl zum großen Teil auf seinem Schaden sitzenbleiben.

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