Hygienekonzept im Freizeitpark Ahlen
Die Kirmesfans tragen es mit

Ahlen -

Hygiene und Abstand sind das A und O gegen Corona – auch im Freizeitpark Ahlen. Die Gäste lassen sich davon nicht abschrecken.

Montag, 05.10.2020, 06:44 Uhr aktualisiert: 05.10.2020, 06:48 Uhr
Nein, hier wird nicht der Bürgermeister gewählt. Matthias Krämpe wirft beim Verlassen des Parks lediglich sein Besucherformular in die Wahlurne.
Nein, hier wird nicht der Bürgermeister gewählt. Matthias Krämpe wirft beim Verlassen des Parks lediglich sein Besucherformular in die Wahlurne. Foto: Ralf Steinhorst

Kirmes zu Pandemiezeiten ist anders. Das wird schon vor Aufbruch zum Besuch zu Hause klar. Denn da kann man sich beim Aufruf von www.ahlen.de schon schlau machen, wie voll es gerade auf dem Dr.-Paul-Rosenbaum-Platz ist. Weil dort nämlich nur 850 Besucher gleichzeitig auf dem Areal sein dürfen. Und die Kirmes heißt es in diesem Herbst auch nicht, sondern „Freizeitpark Ahlen“. Für zehn Tage, das ist länger als sonst.

Durch einen Wartebereich geht es zum Eingang, beim Betreten gibt es einen Druck auf den Klicker in der Hand eines Sicherheitsmanns, der so die Besucher zählt. Das Gleiche passiert im Ausgangsbereich beim Verlassen der Kirmes beim Ausbuchen. Alle 20 Minuten werden die Zahlen gegenübergestellt, der Wert der aktuellen Besucherzahl wandert dann übers Smartphone auf die Webseite der Stadt.

An der Kasse fällt ein Euro Eintritt an, der zusätzliche Coronaaufwand wie die Umzäunung wollen finanziert werden. Die Besucher erhalten ein Formular zur Personenerfassung, das ausgefüllt beim Verlassen des Geländes in eine Wahlurne „versenkt“ werden muss. Wahlurne? „Ich habe mir das Konzept in Hamm angeguckt, so sind wir auf die Wahlurnen gekommen“, verrät der stellvertretende Marktleiter Sebastian Altena, der die ganzen zehn Tage im Freizeitpark zu finden sein wird.

Ich habe mir das Konzept in Hamm angeguckt, so sind wir auf die Wahlurnen gekommen.

Sebastian Altena

Dann ist endlich der Weg zu den Ständen und Karussells frei. Das Tragen der Mund-Nasen-Masken in den Gängen ist nach derzeitiger Lage noch freiwillig, aber äußerst gerngesehen, der überwiegende Teil der Besucher nimmt sich das am Samstag zu Herzen.

Auf dem Boden sind gelbe Linien gezogen, die den Abstand von 1,5 Metern zu den Ständen dokumentieren. Beim Übertreten gilt endgültig die Maskenpflicht, natürlich auch in den Karussells.

Spender für Desinfektionsmittel stehen an jeder Ecke und das mit Grund. „Vor dem Betreten der Karussells sollen sich die Besucher die Hände desinfizieren“, erklärt Autoscooter Besitzer Rudi Isken: „Die Menschen nehmen das gut an.“ Er fülle seine drei Spender am Tag bis zu drei Mal auf. Darüber hinaus werden die Lenkräder seiner Scooter regelmäßig gereinigt.

Im „Jetlag“ um die Ecke wird alle zwei bis drei Fahrten die Hälfte der Sitze mit System desinfiziert, wie Michel Hindersmann aufzeigt. Und im „Geisterhaus“ im Mittelgang schickt Betreiber Valentin Mikli einen Mitarbeiter alle 20 Minuten mit einer großen Desinfektionssprühpumpe durch die Gänge: „Dann wird die Tür zugemacht, der ganze Vorgang dauert fünf Minuten.“

Alles ist gut durchorganisiert. „Schon bei der Anreise hatten die Schausteller von mir erste schriftliche Infos bekommen“, blickt Sebastian Altena zurück. Am Abend vor Beginn der Kirmes folgte dann das Feintuning bei der Versammlung mit den Schaustellern.

An den Rand der Besuchergrenze kam der Freizeitpark Ahlen bis Samstagmittag noch nicht, 800 war am Freitag die höchste Anzahl. Und dass die Schausteller auf Einhaltung der Regeln dringen, ist umgehend am „Break Dance“ zu hören: „Und bitte tragen sie den Mund-Nasen-Schutz“, dröhnt es dort nämlich für alle hörbar aus den Lautsprecherboxen.   

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