Betrugsmasche
78-Jährige fällt fast auf falschen Polizisten rein

Bocholt -

Vorsicht am Telefon: Betrüger geben sich als "Falsche Polizisten" aus, um an Geld- und Wertgegenstände zu kommen. Eine Bocholterin wäre der Betrugsmasche beinahe zum Opfer gefallen. 

Donnerstag, 08.10.2020, 19:00 Uhr
Betrugsmasche: 78-Jährige fällt fast auf falschen Polizisten rein
Eine 78-Jährige wurde beinahe Opfer eines Telefonbetrugs. Foto: dpa (Symbolbild)

Eine 78-Jährige Frau aus Bocholt wurde Opfer einer Betrugsmasche, wie die Kreispolizeibehörde Borken berichtet. Die Betroffene erhielt einen Anruf von Betrügern, welche sich als Polizisten ausgaben.

Betrug übers Telefon

Die Bocholterin bekam einen Anruf von einem Herrn Fuchs, der sich als Polizist vorstellte. Dieser erzählte in einem gut zweistündigen Telefongespräch, dass zwei Einbrecher verhaftet worden wären, die zuvor zwei Personen zusammengeschlagen hätten, erklärt die Kreispolizeibehörde. Die Geschädigte schilderte, dass der Anrufer ihr riet, ihre Debit-Karte einem Polizeibeamten abzugeben, um ihre Sicherheit zu gewährleisten. 

Sie sollte die Karten einem "Kollegen" übergeben. Nachdem der Betrüger auch die PIN von der Bocholterin genannt bekommen hatte, sei das Gespräch beendet worden. Der angekündigte "Kollege" erschien tatsächlich an der Tür der 78-Jährigen. Wie die Kreispolizeibehörde berichtet, stellte sich die zivil gekleidete Person als Herr Müller vor und nahm die Debit-Karte entgegen. Ausweisen können habe sich der Abholer nicht. Nach dem Vorfall rief die Geschädigte einen Zeugen an, der die Karte umgehend sperrte.

Die Bocholterin beschrieb den Abholer als circa 170 cm groß, zwischen 20 und 30 Jahre alt, kurze, leicht gewellte Haare und ein westeuropäisches Erscheinungsbild. Er sei dunkel gekleidet gewesen. Die Polizei Bocholt bittet jeden, der einen Hinweis hat sich an die Kriminalinspektion 1, unter der Telefonnummer 02861 9000 zu wenden. 

Kein Einzelfall

Der Fall der 78-Jährigen ist nach Angaben der Polizei im Kreis Borken kein Einzelfall. Am Telefon versuchen "Falsche Polizisten" ihre Opfer unter verschiedenen Vorwänden dazu zu bringen, Geld- und Wertgegenstände im Haus oder auf der Bank an einen Unbekannten zu übergeben, der sich ebenfalls als Polizist ausgibt, berichtet die Kreispolizeibehörde Borken. 

Dazu behaupten die Betrüger beispielsweise, dass Geld- und Wertgegenstände bei ihren Opfern zuhause oder auf der Bank nicht mehr sicher seien oder auf Spuren untersucht werden müssten. Dabei nutzen die Täter eine spezielle Technik, die bei einem Anruf auf der Telefonanzeige der Angerufenen die Polizei-Notrufnummer 110 oder eine andere örtliche Telefonnummer erscheinen lässt.

Tipps der Polizei

Die Polizei empfiehlt, grundsätzlich keine Unbekannten in die Wohnung zu lassen. Außerdem solle man von angeblichen Amtspersonen, zum Beispiel Polizisten, den Dienstausweis fordern. Beim geringsten Zweifel wird geraten, bei der Behörde anzurufen, von der die angebliche Amtsperson kommt. Die Telefonnummer der Behörde sollte man selbst heraussuchen oder sich durch die Telefonauskunft geben lassen. Es wird ausdrücklich empfohlen, den Besucher währenddessen vor der abgesperrten Tür warten zu lassen.

Des Weiteren werde die Polizei niemals um Geldbeträge oder Debit-Karten bitten. Betroffene sollten am Telefon keine Details zu ihren finanziellen Verhältnissen preisgeben und sich am Telefon nicht unter Druck setzen lassen. "Legen Sie einfach auf", sagte die Kreispolizeibehörde. "Übergeben Sie niemals Geld an unbekannte Personen."

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