Nahe der „Großen Heide“
240 Meter hoher Windkraft-Riese geplant

Everswinkel -

Das Unternehmen „ABO Wind“ mit Sitz in Wiesbaden sowie etlichen deutschen und internationalen Büro-Niederlassungen plant die Errichtung und den Betrieb einer Windenergieanlage nördlich von Everswinkel im Bereich der Großen Heide. Das Areal war im Rahmen einer Potenzialanalyse der Gemeinde Everswinkel für die Windkraft-Nutzung als geeignet ermittelt worden.

Samstag, 10.10.2020, 09:15 Uhr aktualisiert: 10.10.2020, 09:20 Uhr
Die Karte zeigt, in welchem Bereich die beantragte Windkraftanlage ihren Platz finden soll.
Die Karte zeigt, in welchem Bereich die beantragte Windkraftanlage ihren Platz finden soll. Foto: ABO Wind

Vorgesehen ist eine 240 Meter hohe Anlage mit einer Nennleistung von 5,5 Megawatt. „Die Anlage würde so viel sauberen Strom produzieren wie rund 4500 Haushalte verbrauchen. Das vermeidet den jährlichen Ausstoß von mehr als 10000 Tonnen Kohlendioxid“, teilt das Unternehmen in einer Presseinformation mit. Der Antrag auf Bau und Genehmigung der Anlage sei kürzlich beim Kreis Warendorf eingereicht worden.

„Damit nicht nur die Behörden bestens über unsere Pläne informiert sind, sondern auch alle Anwohner Bescheid wissen, habe wir auf unserer Website viele Informationen zusammengestellt“, erklärt Projektleiter Michael Stockhowe. Unter www.wea-everswinkel.de finden sich neben Neuigkeiten zu aktuellen Entwicklungen auch Hintergrundinformationen, etwa über den Standort der geplanten Anlage oder den Immissionsschutz von Bürgern.

Die Gemeinde Everswinkel hatte im März 2017 einen Ratsbeschluss zur Aufstellung eines sachlichen Teilflächennutzungsplans „Windenergie“ gefasst. Daraus ergab sich eine Potenzialanalyse, die zuletzt im Juli vergangenen Jahres überarbeitet wurde, als Grundlage eines sachlichen Teilflächennutzungsplans.

Netzverknüpfungspunkt in direkter Nähe an der K3

Für den Bau und Betrieb der Windkraftanlage würden fast ausschließlich Ackerflächen und bestehende Wirtschaftswege beansprucht. „Mit einem Abstand von mehr als 1700 Metern zur nächsten Siedlung liegt die Anlage weit entfernt, und Anwohnern sind somit von Schall- und Schattenemissionen wenig bis gar nicht betroffen“, heißt es weiter. Der Abstand zu Außenhöfen betrage mehr als 500 Meter. Auch hier werden die Schall-Richtwerte der TA Lärm und die LAI-Empfehlungen zum Schattenwurf berücksichtigt.

Um sicherzustellen, dass auf der Potenzialfläche für einen wirtschaftlichen Betrieb ausreichend Wind wehe, seien entsprechende Ertragsgutachten beauftragt worden. Zudem würden artenschutzrechtliche Fachgutachten zeigen, „dass am geplanten Anlagenstandort gemäß Leitfaden Artenschutz NRW keine windkraftsensiblen Vogelarten oder sonstige geschützte Lebewesen durch den Bau und Betrieb der Anlage gefährdet werden“.

In Abstimmung mit dem Netzbetreiber sei ein Netzverknüpfungspunkt in direkter Nähe an der K3 vorgesehen. Durch die günstige Lage würden größere Eingriffe sowohl durch lange Kabeltrassen als auch durch den Bau neuer Umspannanlagen vermieden. „Wenn alles nach Plan läuft, rechnen wir mit einer Inbetriebnahme der Anlage Anfang 2023“, so Stockhowe.

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