Strohbücker-Markt: Kundenverhalten in Corona-Zeiten
Noch keine Rede von Hamsterkäufen

Everswinkel -

Stetig steigt die Sieben-Tages-Inzidenz im Kreis, seit einiger Zeit ist er nun auch Corona-Risikogebiet. Besonders Ahlen ist ein Corona-Hotspot. In der Gemeinde Everswinkel liegen die Fallzahlen dagegen deutlich niedriger, steigen aber auch langsam. Mancherorts ist von erneuten Hamsterkäufen die Rede. Erneut wird dabei Toilettenpapier – je nach Perspektive – zum Kassenschlager oder zur Mangelware. Grund genug, sich einmal vor Ort ein Bild zu machen.

Freitag, 30.10.2020, 07:35 Uhr aktualisiert: 30.10.2020, 07:40 Uhr
Matthias Wichmann, stellvertretender Filialleiter im Edeka Strohbücker, kann seine Kunden beruhigen. Sämtliche Artikel seien in ausreichendem Maß vorhanden.
Matthias Wichmann, stellvertretender Filialleiter im Edeka Strohbücker, kann seine Kunden beruhigen. Sämtliche Artikel seien in ausreichendem Maß vorhanden. Foto: Christopher Irmler

Im Edeka Strohbücker stellt sich die Situation deutlich entspannter dar, wie Matthias Wichmann auf WN-Anfrage betont. Wichmann, stellvertretender Leiter des Marktes, gibt Entwarnung. „Bis jetzt läuft es wirklich human ab. Die Nachfrage ist zwar durchaus gestiegen, aber wir haben dementsprechend mehr bestellt.“

Und was heißt das in Zahlen? Eine gesonderte Statistik zum verkauften Toilettenpapier hat Wichmann spontan nicht zur Hand. Stattdessen vergleicht er den aktuellen Absatz von Hygieneprodukten mit dem Vorjahreszeitpunkt. So verkaufe man aktuell zwischen 36 und 43 Prozent mehr Toilettenpapier und Co. als noch vor einem Jahr. Ein Vergleich mit dem Beginn der Corona-Pandemie im Frühjahr dränge sich in Everswinkel keineswegs auf. „In den Anfangszeiten war es viel schlimmer.“ Den Rekord im Bereich Hygieneartikel habe er in Woche vom 16. bis 21. März verzeichnet: stolze 315 Prozent im Vergleich zur Norm.

Doch aktuell müsse sich niemand Sorgen machen, vor leeren Regalen für Toilettenpapier, Mehl oder Nudeln – den „Kassenschlagern“ bei den Hamsterkäufen im Frühjahr – zu stehen. Die Vorräte im Lager reichen aus. „Wir haben keinerlei Lieferengpässe und sind gut gerüstet.“ Vorrätig hat das Strohbücker-Team auch Hefe im Sortiment. „Es war für uns schon überraschend, dass dieser Artikel im Frühjahr so sehr gefragt war. Ich weiß gar nicht, ob die Leute wirklich so viele Kuchen gebacken haben. Aber das ist auch alles wieder im Normalbereich.“ Gleiches gelte für einen weiteren einstigen „Trendsetter“ des Frühjahrs: frischen Ingwer. Doch ähnlich wie im Fall der Hefe habe sich dieser Wert wieder normalisiert.

Grundsätzlich gehen die Kunden nach Wichmanns Eindruck recht gelassen mit der Situation um. „Im Großen und Ganzen klappt es mit dem Masketragen. Ab und an müssen wir die Kunden daran erinnern, aber insgesamt klappt es gut.“

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