Zentrum in Ennigerloh
480 Impfungen am Tag möglich

Kreis Warendorf -

Spätestens bis Mitte Dezember sollen die neuen Impfzentren startklar sein. Die geplante Einrichtung in Ennigerloh wäre sogar früher einsatzfähig. Trotzdem sind noch Fragen offen.

Freitag, 27.11.2020, 17:02 Uhr aktualisiert: 02.12.2020, 12:53 Uhr
Der Kreis Warendorf ist gut gerüstet: Spätestens Mitte Dezember soll das neue Impfzentrum einsatzbereit sein.
Der Kreis Warendorf ist gut gerüstet: Spätestens Mitte Dezember soll das neue Impfzentrum einsatzbereit sein. Foto: Ted S. Warren/AP/dpa

Schon am 9. Dezember soll das in Ennigerloh geplante Impfzentrum an den Kreis Warendorf übergeben werden. „Wir werden die Impfungen jeden Tag von 8 bis 20 Uhr anbieten – auch samstags und sonntags“, informierte Dr. Anna Arizzi Rusche im Kreisausschuss. Die Ärztin wird ab Januar die Leitung des Kreisgesundheitsamtes übernehmen.

Damit das Impfzentrum, das auf dem Gelände der Abfallwirtschaftsgesellschaft geplant ist, auch mit dem ÖPNV gut zu erreichen ist, soll extra noch eine Bushaltestelle verlegt werden, auch der Einsatz von Anruf-Sammel-Taxis ist im Gespräch.

Spannend sei die Frage, wie viel Impfstoff der Kreis erhalten werde, sagte Sozialdezernentin Brigitte Klausmeier – zumal einer der Impfstoffe bei einer Temperatur von minus 70 Grad gelagert werden müsse. Auch die Frage, ob genügend Ärzte bereitstehen, sei offen. Die Verantwortung hierfür habe die Kassenärztliche Vereinigung übernommen, die das medizinische Personal stellen wird. Die Impfung müsse außerdem nicht zwingend durch einen Arzt erfolgen.

Wir werden die Impfungen jeden Tag von 8 bis 20 Uhr anbieten – auch samstags und sonntags.

Dr. Anna Arizzi Rusche

Zurzeit geht der Kreis davon aus, dass das Impfzentrum bis Juli 2021 zur Verfügung stehen wird. Sollte es darüber hinaus benötigt werden, sei das ebenfalls machbar.

Parallel zum Impfzentrum in Ennigerloh würden mobile Teams starten, die vor allem ältere und kranke Menschen versorgen, die in ihren Wohnungen leben. In den Pflegeeinrichtungen sollen dagegen Hausärzte, die dort sowieso die Bewohner betreuen, das Impfen übernehmen.

Die Landesregierung gehe davon aus, dass sich etwa 70 Prozent der Bevölkerung impfen lassen wolle. „Das ist ein sehr hoher Wert. Und noch nie hat ein Staat die ganze Bevölkerung geimpft“ gab Landrat Dr. Olaf Gericke zu bedenken.

Registrierung möglichst digital

Die Registrierung der Impfwilligen soll möglichst digital erfolgen, die Aufklärung schon zu Hause – dennoch gebe es eine Ruhephase von 30 Minuten, in der jeder Geimpfte anschließend noch unter Beobachtung bleiben muss.

Realistisch könnten etwa 480 Impfungen am Tag in Ennigerloh durchgeführt werden – jeweils 240 in einer der beiden geplanten Impfstraßen. Zu dieser Einschätzung kommt die Kassenärztliche Vereinigung.

Derzeit sind die Verantwortlichen im Gespräch mit zwei oder drei Apotheken im Kreis. Diese müssen einen Teil der Impfstoffe aufbereiten. „An diese Apotheken werden besondere Anforderungen gestellt“, so Arizzi Rusche. An wen der Auftrag gehen wird, soll – auch aus Sicherheitsgründen – nicht bekannt gegeben werden.

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