Feuerwehr-Einsatz
Großbrand auf dem alten Raiffeisen-Gelände in Greven

Greven -

Erst schlugen die Flammen meterhoch aus den Dächern der beiden Lagerhallen, danach dauerten die Löscharbeiten noch bis spät in die Nacht: Auf dem Raiffeisen-Gelände unweit des Grevener Bahnhofs hat am Dienstagabend ein Großbrand gewütet, auch der Bahnverkehr auf der Strecke zwischen Münster und Rheine musste deshalb vollständig eingestellt werden.

Mittwoch, 02.12.2020, 08:59 Uhr aktualisiert: 02.12.2020, 14:28 Uhr
Feuerwehr-Einsatz: Großbrand auf dem alten Raiffeisen-Gelände in Greven
Einsatzkräfte der Feuerwehr an der Brandstelle am Raiffeisen-Gebäudes am Standort Gutenbergstraße/Alte Bahnhofstraße. Foto: Jens Kleblat

Als die freiwillige Feuerwehr am Dienstagabend um 19.26 Uhr zu dem Raiffeisen-Gelände an der Alten Bahnhofstraße alarmiert wurde, brannte es nach ersten Erkenntnissen zunächst nur in der etwa 400 Quadratmeter großen vorgelagerten Halle des großen Gebäudekomplexes. Doch während die ersten Feuerwehrkräfte den Löschangriff vorbereiteten, konnte sich das Feuer rasend schnell ausbreiten und auf den hohen Silo-Turm übergreifen.

„Wir haben hier einen ausgedehnten Gebäudebrand im Bereich des Bahnhofsgebiets. Nach dem Eintreffen der ersten Kräfte wurde zügig der weitere Zug alarmiert, anschließend Vollalarm für die Feuerwehr Greven gegeben“, erklärte Feuerwehr-Pressesprecher Olaf Wallmeyer am späten Dienstagabend vor Ort an der Einsatzstelle. 

Feuerausbruch in Raiffeisen-Gebäude

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Binnen kurzer Zeit hatte sich einerseits das Feuer massiv ausgedehnt, andererseits wurden auch Zug um Zug Einsatzkräfte aus sämtlichen Kommunen des Kreises hinzugezogen, um den Brand und die daraus resultierenden Gefahren in den Griff zu bekommen. Wallmeyer: „Die Schwierigkeit ist hier tatsächlich schon die Größe des Gebäudes und wir haben diverse Lagergüter, die hier gelagert wurden. Das hat sich für uns erstmal als schwierig gestaltet, daher haben wir einen Fachberater Chemie aus Ibbenbüren hinzugezogen, um die Stoffe identifizieren zu können. Nach dessen Einschätzung haben wir dann weitere Maßnahmen getroffen.“

Nachbarhäuser evakuiert

Über die problematische Konstellation von Hallengröße und die gelagerten Stoffe sagte Bürgermeister Dietrich Aden in einem ersten Statement: „Es handelt sich um ein Lagersilo, in dem Düngemittel gelagert sind.“ Nach ersten nur teilweise bestätigten Informationen sollen sich in den Hallen verschiedene, in Kombination durchaus gefährliche Düngemittel befunden haben, zudem in teilweise großen Mengen. Auch deshalb habe man sich sofort dazu entschieden, die Einsatzstelle weiträumig abzuriegeln. 

Die angrenzenden Häuser wurden evakuiert und die Bevölkerung im Umfeld informiert: „Die Polizei hat die Bevölkerung über Lautsprecherdurchsagen gewarnt“, so Bürgermeister Aden. Auch via Internet habe man zeitgleich gewarnt, wie Wallmeyer erklärte: „Wir haben Rauchgasmessungen durchgeführt, die Bevölkerung wurde per Katastrophen-App NINA gewarnt, sodass wir sagen können: für die Grevener Bevölkerung bestand keine Gefahr.“

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Während zunächst – bislang unzählige – Einsatzkräfte verschiedener Feuerwehren, des Rettungsdienstes, der Polizei und Bundespolizei sowie des THW und des Malteser Hilfsdienstes zusammengearbeitet hatten, rückte spät in der Nacht noch das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz mit einem Spezialfahrzeug an. Erst um 3.12 Uhr in der Nacht konnte Entwarnung für die Bevölkerung gegeben werden.

Bahnlinie gesperrt

Während der Löscharbeiten musste unterdessen auch die stark frequentierte Bahnlinie Münster-Rheine gesperrt bleiben: „Der Zugverkehr wurde hier geschlossen“, so Aden weiter, weil sich der Rauch über den Bahndamm gelegt hatte.

Wie es zu dem Großbrand nicht alltäglichen Ausmaßes kommen konnte, ist derzeit noch völlig unklar. Wallmeyer: „Zur Brandursache ist nichts bekannt derzeit. Wir haben ein Großaufgebot der Polizei hier.“ Die Beamten ließen zwischendurch auch immer wieder Luftaufnahmen per Feuerwehr-Drohne anfertigen, die bei der Aufklärung des Brandes helfen sollen.

Auch am Mittwochmorgen dauerten die Nachbereitungen des Großeinsatzes immer noch an.  Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen, der Brandort wurde beschlagnahmt. Sowohl die vorgelagerte Halle aus als auch das Silo-Lager wurden durch die Flammen komplett zerstört, berichtet die Polizei. Ein Bürogebäude sowie ein Wohnhaus, die zum Raiffeisen-Komplex gehören, seien aber unversehrt geblieben. Zur Höhe des Schadens gibt es noch keine Angaben.

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