Beliebtester Weihnachtsbaum
Natürlich Nordmänner – was sonst?

Metelen -

Sie ist längst zum Klassiker unter den Weihnachtsbäumen geworden: die Nordmanntanne. Beim jährlichen Verkauf am HTG-Markt bilden die kaum stechenden Nadelbäume das Gros des Angebotes. Dieses reicht von einen Meter kleinen Exemplaren bis hin zu Riesen von 3,50 Metern. Alle stammen sie aus dem Sauerland, von wo aus sie eingenetzt und auf Paletten regelmäßig nach Metelen geliefert werden.

Mittwoch, 02.12.2020, 15:37 Uhr aktualisiert: 03.12.2020, 15:50 Uhr
Dennis Scheiper (l.) und Wolfgang Pier beim Einnetzen: Die Mitarbeiter von HTG sind während der Wochen vor dem Fest die Weihnachtsbaum-Experten des Marktes.
Dennis Scheiper (l.) und Wolfgang Pier beim Einnetzen: Die Mitarbeiter von HTG sind während der Wochen vor dem Fest die Weihnachtsbaum-Experten des Marktes. Foto: Dieter Huge sive Huwe

Weihnachtsbaumverkauf ist Vertrauenssache – und das von Anfang an. Das wird deutlich, als Bernd Münning schon vom Einkauf der Jahresend-Nadelbäume erzählt. „Da haben wir einen Bauern aus dem Sauerland, von dem wir seit Jahren die Bäume beziehen. Da wissen wir, dass die Qualität stimmt.“ Münning, Leiter des HTG-Marktes, organisiert wie in all den Jahren zuvor den Tannenbaumverkauf.

Und das beginnt schon weit vor dem Advent, denn die Bäume müssen bestellt werden. „Wir bekommen sie nicht auf einmal, sondern nach und nach und immer frisch geschlagen“, berichtet Münning. Auf Paletten werden sie angeliefert und anschließend nach Größe im Außenverkaufsbereich einsortiert. Das Gros bleibt zunächst im Netz, doch einige der Bäume dürfen schon bald wieder ihre Zweige strecken. Spezielle Gestelle mit Halterungen sorgen dafür, dass sich die Fichten und Tannen in ihrer ganzen Pracht zeigen. „Das wollen die Kunden natürlich“, berichtet Münning, dass kaum mal eine Tanne im Netz wie die sprichwörtliche Katze im Sack gekauft wird.

Und was verkauft sich am besten? „Nordmanntannen, die machen 95 Prozent aus“, muss der Marktleiter nicht lange überlegen. Die sattgrünen Tannen haben nämlich den Vorteil, dass ihre Nadeln beim Aufbau und beim Schmücken nicht so stark piksen. Die Kundschaft hat sich an diese positive Eigenschaft so sehr gewöhnt, dass kaum noch etwas anderes ins Haus kommt.

Ganz selten verlassen noch Metelener mit Fichten unterm Arm den Verkaufsbereich. Die sind deutlich günstiger als die Nordmänner, nadeln dafür aber auch rascher. Und dann gibt es noch einige, die auf Blautannen setzen. Deren Farbe ist ungewöhnlich und verleiht dem geschmückten Baum im heimischen Wohnzimmer ein besonders edles Aussehen. Doch Fichte und Blautanne sind mittlerweile die Exoten im Verkaufs-Karree vorm HTG-Markt.

Bäume zwischen 150 und 220 Zentimetern gehen am besten, doch gibt es auch die Zwergversion für die kleine Wohnung in gerade mal einem Meter Höhe im Angebot. Und wer mag – und natürlich über die entsprechenden Räumlichkeiten verfügt – der kann auch unter Bäumen mit 3,50 Metern auswählen. Dann ist aber auch Schluss.

Werden solche Kaventsmänner ausgewählt, dann kommen auch Wolfgang Pier und Dennis Scheiper ins Schwitzen. Die beiden Mitarbeiter von HTG sind während der Wochen vor dem Feste die Weihnachtsbaum-Experten des Marktes. Sie helfen bei der Auswahl, präsentieren die Bäume auf Wunsch von allen Seiten und netzen den ausgewählten Nordmann letztlich auch ein – was bei 320 gewachsenen Zentimetern gar nicht so einfach ist. Die kleineren Exemplare hingegen flutschen nur so durch den Trichter.

Neben dem Einnetzer liegt außerdem eine startbereite Kettensäge. „Mit der verpassen wir dem Baum einen frischen Schnitt“, erklärt Marktleiter Münning, dass der Baum dadurch erst später nadelt – wenn man ihn denn in einen Weihnachtsbaumständer stellt, der auch mit Wasser befüllt wird. „Durch den Schnitt transportiert der Baum das Wasser empor“, erläutert Münning. Wer mag, der kann sogar seinen Baumständer mit in den Markt bringen und den Baum anpassen. Tiefe Zweige kappen die Mitarbeiter auf Wunsch ebenfalls – das ist im Preis mit drin.

Apropos Preis. Was kostet der Baum denn in einem Jahr, in dem fast alles anders ist als in den Jahren zuvor. „Da kann ich beruhigen, wir haben an dem Preis für die Bäume nichts geändert“, beruhig Münning und ergänzt, dass der Markt pro verkauftem Baum zwei Euro für die Kinderkrebshilfe spenden wird. Daneben würden im Markt auch speziell gestaltete Schlüsselanhänger angeboten. Deren Kaufpreis fließt zu 100 Prozent in die Spendenaktion. Die Glühweinaktion der Uganda-Hilfe aus den vergangenen Jahren wird es in diesem Jahr allerdings nicht geben.

Nachrichten-Ticker