21-jähriger Grevener freigesprochen
Vergewaltigung hat nicht stattgefunden

Nordwalde/Rheine -

Weil er ein damals 13-jähriges Mädchen vergewaltigt haben soll, stand ein Grevener vor Gericht. Der Prozess endete mit einem Freispruch aus tatsächlichen Gründen. Sie seien überzeugt, dass der 21-Jährige die Tat nicht begangen habe, sagte der Richter.

Donnerstag, 03.12.2020, 17:48 Uhr
Der Prozess beim Jugendschöffengericht in Rheine gegen einen 21-Jährigen aus Greven endete mit einem Freispruch.
Der Prozess beim Jugendschöffengericht in Rheine gegen einen 21-Jährigen aus Greven endete mit einem Freispruch. Foto: dpa

Mit einem „Freispruch aus tatsächlichen Gründen“ endete der Prozess beim Jugendschöffengericht in Rheine gegen einen 21-Jährigen aus Greven. Er war wegen Vergewaltigung am 2. Januar 2018 in einem Waldstück zwischen Nordwalde und Greven angeklagt. Dieser Freispruch bedeute, „dass wir überzeugt sind, dass Sie es nicht getan haben“, wie der Richter betonte.

Zwei Jahre habe der Angeklagte schlecht geschlafen, sei über Fahndungsfotos in der Presse gesucht worden und großen psychischen Belastungen ausgesetzt gewesen, sagte sein Anwalt in seinem Plädoyer. Dennoch bedanke sich sein Mandant für die Aufklärungsbereitschaft des Gerichts, das ein Glaubwürdigkeitsgutachten des damals 13-jährigen Mädchens in Auftrag gab. Dieses war „vernichtend“, wie der Staatsanwalt in seinem Antrag auf Freispruch sagte.

Gutachterin bezweifelt Aussage des Mädchens

Laut Anklage soll der Grevener die Heranwachsende über Instagram kennengelernt und sich mit ihr in Borghorst getroffen haben. Er soll mit ihr in seinem Pkw nach Nordwalde gefahren sein und anschließend in Richtung Greven. Auf dem Weg habe er laut Anzeige des Mädchens, die ein Jahr nach der angeklagten Tat erfolgte, auf einem Feldweg an einem Wald gehalten und sich mit ihr auf die Rückbank seines Autos gesetzt. Sie sei von einer Unterhaltung ausgegangen, aber er habe gegen ihren Willen den Geschlechtsverkehr mit ihr ausgeübt, so verlas es der Richter mit Einverständnis aller zuständigen Juristen aus der Vernehmung bei der Polizei.

Der Richter ließ auf Antrag der Verteidigung ein Glaubwürdigkeitsgutachten anfertigen, über das eine Psychologin als Gutachterin berichtete. „Der Tathergang wurde unstimmig und realitätsfern geschildert“, sagte die Sachverständige. „Wir haben hier eine sehr schlechte Qualität ihrer Aussage, die auch aus dem Wunsch einer dauerhaften Beziehung entstanden sein könnte, weil sie bereits über viele sexuelle Erfahrungen verfügte“, wie die Gutachterin ergänzte. Auf Anfrage der juristischen Nebenklagevertreterin des Mädchens bestätigte die Psychologin: „Sie ist seit dem elften, zwölften Lebensjahr psychisch schwer krank und oft in stationärer Behandlung gewesen.“ Jetzt war sie nicht verhandlungsfähig, weil sie rückfallgefährdet sei, wie ihre Anwältin sagte.

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