Durchsuchungen in NRW
Kinderpornografie-Razzia auch in Rheine

Düsseldorf/Rheine -

In NRW sind in den vergangenen Jahren große Fälle von Kindesmissbrauch aufgedeckt worden - Lügde, Bergisch Gladbach und Münster wurden zu ihren Chiffren. Mittlerweile überziehen die Ermittler aber das ganze Land mit Razzien. Wie am Donnerstag.

Donnerstag, 03.12.2020, 18:12 Uhr aktualisiert: 03.12.2020, 18:18 Uhr
Durchsuchungen in NRW: Kinderpornografie-Razzia auch in Rheine
Bei Durchsuchungen in NRW stellten die Ermittler insgesamt mehr als 330 Datenträger sicher. Foto: dpa (Symbolbild)

Ermittler sind in Nordrhein-Westfalen mit einem landesweiten Einsatz gegen 56 Beschuldigte wegen des Verdachts auf Besitz und Verbreitung von Kinderpornografie vorgegangen. Polizisten durchsuchten 41 Häuser und Wohnungen, wie die Staatsanwaltschaft in Köln am Donnerstag mitteilte. Darunter befand sich auch ein Objekt in Rheine, wo etliche Datenträger sichergestellt wurden, teilt die Polizei im Kreis Steinfurt mit.

Die Ermittler stellten insgesamt mehr als 330 Datenträger sicher. Haftbefehle seien dabei nicht vollstreckt worden, einzelne Beschuldigte hätten sich aber bereits geständig gezeigt.

Die Polizisten durchsuchten auch in Dortmund, Duisburg, Düsseldorf, Essen, Grevenbroich, Gütersloh, Hamm, Hövelhof, Kerpen, Krefeld, Minden, Oberhausen, Schermbeck, Solingen und Wuppertal Wohnungen. Dabei entdeckten sich auch Anhaltspunkte für weitere Straftaten - etwa für unerlaubten Schusswaffen-Besitz.

„Die Durchsuchungsmaßnahmen richten sich sämtlich gegen Beschuldigte, die sich bzw. anderen vor allem über soziale Netzwerke kinderpornographische Inhalte verschafft haben sollen“, erklärte die Kölner Staatsanwaltschaft. Bei der Behörde ist die Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime Nordrhein-Westfalen (ZAC NRW) angesiedelt, die die konzertierte Aktion veranlasst hatte. Unter den Beschuldigten seien auch einige wenige Frauen, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Ulrich Bremer.

Die Durchsuchungen beruhte den Angaben zufolge überwiegend auf Informationen des „National Center for Missing & Exploited Children“ (NCMEC) aus den USA. Die Organisation nimmt Hinweise zu Straftaten gegen Kinder entgegen und leitet sie an die zuständigen Behörden weiter. Die Ermittlungsgruppe „Berg“ aus Köln und die Ermittlungskommission „Rose“ aus Münster waren nach Angaben der Ermittler diesmal nicht Ausgangspunkt. Beide Einheiten sind damit beschäftigt, große Missbrauchskomplexe aufzuklären: Bergisch Gladbach und Münster.

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