Heute Protestaktion am Flughafen
Aktionsbündnis fordert FMO-Ausstieg

Greven -

Ein Aktionsbündnis wird am heutigen Samstag ab 13 Uhr eine Protestaktion am FMO durchführen, an der an Interessierte teilnehmen können. Ein Ablauf der Aktion gemäß den Regeln in der Corona-Pandemie – Abstand und Maske – wird durch die Veranstalter sichergestellt, verspricht das Bündnis.

Samstag, 05.12.2020, 09:52 Uhr aktualisiert: 05.12.2020, 10:20 Uhr
Das Aktionsbündnisses „FMO-Ausstieg jetzt!“
Das Aktionsbündnisses „FMO-Ausstieg jetzt!“ Foto: Peter Beckmann

Das Aktionsbündnis „FMO-Ausstieg jetzt!“ will am heutigen Samstagmittag eine Protestaktion am Flughafen durchführen und erläutert die Motivation in einem Schreiben, das auch an diese Redaktion gerichtet war.

Darin heißt es, dass es in den vergangenen Wochen immer wieder – in den Medien, aber auch in Ansprachen im Osnabrücker Stadtrat – Aussagen gegeben habe, nach denen der FMO „in den letzten 25 Jahren 18 mal Plus gemacht“ habe. Die Fakten widersprächen dieser Aussage jedoch deutlich, betont das Bündnis. Wie aus den Bilanzen zu entnehmen sei, sei für den FMO alleine in den letzten 15 Jahren genau einmal ein geringes Plus ausgewiesen – in allen anderen Jahren sei ein Minus „erwirtschaftet“ worden.

Klimaneutral bei mehr Flügen?

„Aufsummiert beträgt der Bilanzverlust alleine von 2006 bis 2019 über 98 Mio. Euro. In den nächsten zehn Jahren werden weitere 80 Mio. Euro erforderlich sein, um einen Grundbetrieb des FMO gewährleisten zu können. Eine Verbesserung dieser Situation ist nur durch massiv steigende Fluggastzahlen zu erreichen“, heißt es in dem Schreiben.

Die vom FMO bis 2030 angestrebte Klimaneutralität sei damit nicht vereinbar – genauso wenig wie generell ansteigende Zahlen von Kurzstreckenflügen mit den Klimazielen des Pariser Klimaabkommens vereinbar seien.

400 Arbeitsplätze

„Das Aktionsbündnis „FMO-Ausstieg jetzt!“ würde es sehr begrüßen, wenn alle Verantwortlichen mit den tatsächlichen Zahlen zum FMO vertraut wären und in der Kommunikation offen die reale, nachweislich schlechte wirtschaftliche Bilanz des FMO dargestellt würde“, schrieben die Aktivisten. 400 Arbeitsplätze der FMO-Gruppe seien durch die prekäre Lage des FMO bedroht. Es sei jedoch „unverantwortlich für die beteiligten Kommunen, diese Arbeitsplätze auf unabsehbare Zeit weiter zu subventionieren, zumal Aufgabenfelder wie Bildung, Gesundheit, Digitalisierung und Nahverkehr stellenmäßig unterbesetzt sind. Es ist an der Zeit, einzusehen, dass eine Reduzierung des Luftverkehrs als umweltfeindliches Verkehrsmittel unvermeidlich wird, um die Klimaziele einzuhalten.“

Das Aktionsbündnis wird am heutigen Samstag ab 13 Uhr eine Protestaktion am FMO durchführen, an der an Interessierte teilnehmen können. Ein Ablauf der Aktion gemäß den Regeln in der Corona-Pandemie – Abstand und Maske – wird durch die Veranstalter sichergestellt, verspricht das Bündnis.

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