Wohnmobil-Dinner
Essen auf Rädern – nur ganz anders

Warendorf -

Was von der Politik als „Lockdown-light“ bezeichnet wird, fühlt sich für die Gastronomie wieder an wie ein kompletter Shutdown. Sie dürfen wieder keine Gäste ins Lokal lassen und können die Speisen nur noch außer Haus anbieten. Eine ganz neue Alternative ist das Wohnmobil-Dinner. Das Haus Allendorf in Neuwarendorf konnte dazu jetzt einige rollende Gäste empfangen.

Montag, 07.12.2020, 08:02 Uhr aktualisiert: 07.12.2020, 08:23 Uhr
Im Haus Allendorf wurde angebaut: Von dem kleinen Tisch konnte das Essen besser rausgetragen werden. Und direkt an der Wohnmobil-Tür gab es die frischen Getränke und begehrten Speisen.
Neuer Service im Haus Allendorf: Direkt an der Wohnmobil-Tür gibt es frische Getränke und begehrte Speisen. Foto: Rebecca Lek

Seit gut drei Wochen sind Restaurants, Kneipen und Cafés geschlossen. Die Sehnsucht nach dem Gang ins Lokal wächst damit. Bundesweit macht sich derzeit ein Trend bemerkbar: Das „Wohnmobil-Dinner“, bei dem die Gäste quasi ihren eigenen Gastraum mitbringen. Auf diesen Zug aufgesprungen ist auch das Restaurant Haus Allendorf in Neuwarendorf.

Das Prinzip ist einfach und dennoch Corona-konform: Wohnmobilisten parken vor einem Restaurant, bestellen Gerichte und Getränke von der normalen Speisekarte und bekommen diese in ihrem Wohnmobil serviert – auf Porzellantellern wie sonst im Restaurant. Essen auf Rädern also – nur anders. Logistisch ist dennoch einiges zu beachten, wie Michaela Allendorf erklärt. „Auch hier müssen die Wohnmobile mindestens 50 Meter von unserem Ausgabefenster entfernt stehen.“

Service mit Abstand

Der Startschuss fiel am Freitagabend, als direkt fünf Parkplätze für Wohnmobile gebucht waren. Die Dimensionen, wie ein Wohnmobil ausfallen kann, unterschätzte Familie Allendorf und disponierte parkplatztechnisch um. „Da haben wir einfach den Vorteil, dass wir etwas außerhalb liegen“, freut sich Gerda Allendorf. Zur Begrüßung gab es für die Gäste einen Glühwein, während für jedes Wohnmobil ein Tisch herausgetragen wurde. Tischdecken, Dekoartikel, Weingläser und Besteck lagen nun bereit, mussten von den Gästen nur selbst in Wohnmobil getragen werden. „Wir versuchen natürlich, den Kontakt so weit es geht zu minimieren“, betont Michaela Allendorf. Auf klassischen Service musste daher verzichtet werden, stattdessen reichte das Personal Getränke und Speisen durch die Tür.

Nach der ersten Getränkerunde atmete der Service erst mal durch – die 50 Meter Laufweg immer wieder sind doch anstrengender als gedacht. Zwischendurch auch etwas Verwirrung. Wo gehörte der Vorspeisenteller noch mal hin? Am Ende kam aber natürlich alles richtig an.

Dinner statt Drive-in

„Wir sind noch in der Findungsphase, wie wir alles am besten hinbekommen“, gesteht Michaela Allendorf. Für die Gäste des Abends jedoch gar kein Problem. Sie freuten sich, überhaupt etwas unternehmen zu können. Drei Wohnwagen waren mit Paaren besetzt, einer mit zwei befreundeten Pärchen und der letzte mit einer Familie, in dem der Familienvater so einen besonderen 50. Geburtstag feiern konnte. „Wir gehören zu den Chaos-Campern, und da passte das genau“, berichtete Bianca Füchtenkötter, die ihren Mann mit diesem außergewöhnlichen Dinner zum Geburtstag überraschte. Für Carsten und Mareike Wolff war es einfach ein romantischer Abend. „Es ist schön, dass wir als Paar einfach trotzdem ausgehen können“.

Bis in die Nacht zelebrierten einige Gäste das Erlebnis und sind sich sicher, dass es nicht das letzte Mal gewesen ist mit dem Dinner im Wohnwagen. Auch für das Haus Allendorf ein gelungener Abend. Dort hofft man nun für die kommenden Wochenenden auf viele Besucher, bittet aber um telefonische Anmeldung .

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