Covid-Patienten
Hubschrauber hilft bei Engpässen

Münsterland -

Wenn es auf den Intensivstationen zu viele Corona-Patienten gibt, sollen in Zukunft Rettungshubschrauber helfen. Das plant das NRW-Gesundheitsministerium. Die Bezirksregierungen bekommen dabei eine entscheidende Rolle.

Dienstag, 08.12.2020, 09:05 Uhr aktualisiert: 08.12.2020, 11:30 Uhr
Für alle Fälle:
Für alle Fälle: Sanitäter des Rettungshubschraubers Christoph Westfalen mit Standort in Greven im Einsatz. Foto: pp

NRW will coronabedingte Engpässe auf Intensivstationen möglichst verhindern und Patienten gleichmäßiger verteilen. Das Gesundheitsministerium hat deshalb die fünf Bezirksregierungen Münster, Detmold, Arnsberg, Köln und Düsseldorf angewiesen, jeweils eine zentrale Koordinierungsstelle für die Verlegung von Kranken einzurichten.

Diese Stellen, vom Ministerium „Single Point Of Contact“ (Spoc) genannt, sollen täglich die Auslastung der Intensivbetten in den Krankenhäusern ihres Regierungsbezirks beobachten. Zeichnen sich Engpässe ab, sollen die Koordinierungsstellen bei der Vermittlung von Patienten an Krankenhäuser mit freien Intensivbetten helfen – auch bei der Verlegung in andere Regierungsbezirke oder Bundesländer.

Ministerium will „strategische Verlegungen“

Der Ablauf soll so aussehen: Ist eine Verschiebung von Intensivpatienten innerhalb einer Kommune oder eines Kreises nicht mehr möglich, wendet sich die dortige Rettungsleitstelle an den Spoc. Das soll aber nicht erst im letzten Moment geschehen, sondern vorausschauend. Im Ministerium spricht man von „strategischen Verlegungen“. Denn nach Möglichkeit will man keine akuten Notfälle verlegen müssen.

Die Verantwortung für die medizinischen Abstimmungen bei Verlegungen bleibt bei den abgebenden Krankenhäusern. Für die Zuweisung von Patienten sollen vor allem Krankenhäuser genutzt werden, die wegen des Aufschubs nicht dringender Operationen sogenannte Freihaltepauschalen für nicht genutzte Betten erhalten. Diese Pauschalen bekommen aktuell nur besonders ausgestattete Krankenhäuser, das sind etwa ein Drittel der Kliniken.

Hubschrauber sollen zum Einsatz kommen

Um bei Verlegungen für alle Fälle gewappnet zu sein, setzt das Konzept des NRW-Gesundheitsministeriums auf die Intensivtransporthubschrauber „Christoph Westfalen“ (stationiert in Greven) und „Christoph Rheinland“ (Köln). Sie können, im Gegensatz etwa zu „Christoph 13“ (Bielefeld), nicht nur bei Tageslicht fliegen, sondern rund um die Uhr.

Im Regierungsbezirk Münster sah die Lage in den Krankenhäuser am Montag so aus:

  • Münster: 263 Intensivbetten, 218 belegt (19 mit Corona-Patienten)
  • Kreis Steinfurt: 95 Intensivbetten, 70 belegt (sieben mit Corona-Patienten)
  • Kreis Borken: 73 Intensivbetten, 48 belegt (acht Corona-Patienten)
  • Kreis Coesfeld: 34 Intensivbetten, 28 belegt (eines davon mit einem Corona-Kranken)
  • Kreis Warendorf: 48 Intensivbetten, 38 belegt (zehn mit Corona-Patienten)

Statistisch betrachtet stirbt etwa jeder vierte Corona-Intensivpatient.

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