Davensbergerin bei „Bares für Rares“
Kneipenkind bietet Morsegerät an

Davensberg -

Es hat geholfen, den Zugverkehr zu organisieren. Ein Morsegerät aus dem Bahndienst in Münster tauchte jetzt in der ZDF-Sendung „Bares für Rares“ auf. Dort erzählte Gertrud Hübscher aus Davensberg die Geschichte dazu. Und auch, was sie mit dem Erlös anstellen wird.

Dienstag, 08.12.2020, 20:00 Uhr
Gertrud Hübscher aus Davensberg war bei „Bares für Rares“.
Gertrud Hübscher aus Davensberg war bei „Bares für Rares“. Foto: hbm

Vor 100 Jahren half es vermutlich, die Züge von Bahnhof zu Bahnhof anzukündigen: Ein Morsegerät, das Alfons Lohmann mit nach Davensberg nahm, weil es in Münster nicht mehr benötigt wurde. Der alte Eisenbahner ist schon vor längerer Zeit verstorben, das Morsegerät fand seine Nichte Gertrud Hübscher in seinem Haus, das sie seit ein paar Monaten bewohnt. Einfach wegwerfen? Die ins Heimatdorf zurückgekehrte Davensbergerin entschied sich anders. Sie bot das alte Gerät für einen Besuch der ZDF-Sendung „Bares für Rares“ an. Schließlich hingen von ihr keine Emotionen an der Apparatur, die zudem nicht mehr genutzt werden konnte: „Sie steht einfach nur im Keller.“

Wenn Gertrud Hübscher bei ihrem Auftritt vor den Fernsehkameras nervös war, überspielte sie es mit ihrer Offenheit. Die fiel Moderator Horst Lichter sofort auf. „Ich bin ein Kneipenkind, bin in einer Gaststätte groß geworden und hatte mit meinem Mann bis vor ein paar Monaten selbst eine kleine gemütliche Kneipe“, klärte die Frau aus dem Davertdorf auf. Den WN schildert sie den Weg zur Sendung so: „Ich habe dort angerufen und ihnen das alte Gerät und eine Puppe angeboten.“ Die Puppe interessierte nicht, aber zum Gerät wollten die Macher der Sendung ein Foto haben. Das überzeugte und so wurden die Hübschers zur Sendung eingeladen. Normalerweise hätte Peter Hübscher vor der Kamera gestanden. Weil er es an dem Tag gesundheitlich nicht konnte, fuhr Gertrud Hübscher mit ihrem Bruder Clemens-August Stattmann zur Lichter-Show.

Vor dem Treffen mit Moderator und Experten vor der Kamera mussten die Einspieler gedreht werden: Gertrud Hübscher mit einem Bollerwagen vor dem Gebäude, die Davensbergerin mit der Geschichte zum Morsegerät. „Alles drei Mal und zwischendurch haben wir dann immer Kaffee getrunken“, berichtet sie. Erstmals überrascht war sie in der Expertenrunde. Dort erfuhr sie, dass solche Geräte vor 125 Jahren gebaut wurden und bis etwa 1930 im Einsatz waren. „80 Euro, nach oben offen“, griff sie ihre Preisvorstellung aus der Luft. Der Experte taxierte das Gerät auf 500 bis 700 Euro. Jetzt war Hübscher natürlich gespannt, was bei der Händlerrunde herausspringen würde. „Meistens gibt es dort weniger als die Experten vermuten“, berichtet die Davensbergerin über ihre Erfahrungen als Zuschauerin.

Als Händlerin vermittelte sie nicht das Gefühl, gleich einschlagen zu wollen. So entwickelte sich tatsächlich ein echter Handel 300? Nein, 400! Am Ende wollte Hübscher bei 370 Euro einschlagen als ihr ein Händler zur Seite sprang und dem Käufer einen weiteren Zehner aus dem Portemonnaie leierte. Mit 380 Euro und vielen schönen Erfahrungen ging es zurück ins Davertdorf. Wofür das Geld genommen wird, hat die Verkäuferin in der Sendung verraten: „Dafür kann ich Blumen kaufen, an denen wir uns erfreuen können.“

Am Rande: Moderator Horst Lichter sprach von „Ascheberg, da habe ich gute Erinnerungen dran. Das ganze Umland ist ein Träumchen. Landschaftlich sehr wertvoll.“ Hübscher nutzte das gleich und warb fürs Fahrradfahren in der Region, denn „das Höchste, was wir haben, sind die Autobahnbrücken.“

Nachrichten-Ticker