Gabriele Regina Overwiening ohne Gegenkandidaten
Rekenerin wird Deutschlands ranghöchste Apothekerin

Münster -

Die Präsidentin der Apothekerkammer Westfalen-Lippe wird an diesem Mittwoch zur Präsidentin der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (Abda) gewählt. Gabriele Overwiening ist eine Herzblut-Apothekerin. Und hat in ihrem neuen Job viel vor.

Mittwoch, 09.12.2020, 07:20 Uhr aktualisiert: 09.12.2020, 07:23 Uhr
Gabriele Overwiening
Gabriele Overwiening Foto: Lars Heidrich

Die Rekener Apothekerin Gabriele Regina Overwiening wird an diesem Mittwoch zur Präsidentin der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (Abda) gewählt. Sie wird damit die ranghöchste Vertreterin der Apotheker Deutschlands. Bei der Wahl wird sie keinen Gegenkandidaten haben.

Die 58-Jährige sagt: „Ich bin wirklich gerne Apothekerin.“ Die Präsidentin der Apothekerkammer Westfalen-Lippe arbeitet seit über 30 Jahren in dem Beruf. Sie hat nach eigenen Worten noch in der vergangenen Woche in ihrer Apotheke gearbeitet. „Wir können jeden Tag Menschen helfen. Und jeden Tag retten wir auch Leben“, begründet sie ihre Begeisterung.

Schnittstellen-Manager und Lebensretter

Als neue Abda-Chefin will sie sich gegen eine „Trivialisierung des pharmazeutischen Wissens“ stellen. „Arzneimittel sind starke Helfer. Aber Arzneimittel sind keine Bonbons“, sagt sie. Die wichtige Rolle der Apotheker zwischen Fach- und Hausärzten, Krankenhäusern und Ambulanzen, Altenheimen, Patienten und Internet („Zu mir kommen Kunden, die sich Medikamente im Internet kaufen und Rat von mir brauchen, wie sie die anwenden.“), sei unfassbar wichtig. „Wir sind Schnittstellen-Manager“, sagt Overwiening. Das Problem sei: „Das wird kaum gesehen. Aber ich habe große Lust, Probleme zu lösen.“

Arzneimittel sind starke Helfer. Aber Arzneimittel sind keine Bonbons

Gabriele Regina Overwiening

Sollte die Wahl so verlaufen wie erwartet, werde sie dieses Anliegen verstärkt in die Politik tragen. Schließlich seien die Meinungsträger, die über die Apotheken bestimmten, in der Regel noch so fit, dass sie die Leistungsfähigkeit der Apotheker selten am eigenen Leib spüren würden. Bislang hätte sich die Politik vor allem damit beschäftigt, das Geschäft mit Medikamenten zu liberalisieren.

In den Impfzentren sollen Apotheker helfen, den bei rund -70 Grad gelagerten Corona-Impfstoff mit einer Kochsalzlösung zu präparieren und in der richtigen Dosierung in Spritzen zu ziehen. Viele Freiwillige hätten sich für die Aufgabe bereits gemeldet.

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