Jagd in Corona-Zeiten
Die Seuche eindämmen

Drensteinfurt/Walstedde -

Bislang ist die Afrikanische Schweinepest (ASP) in Deutschland nur in Brandenburg aufgetreten. Doch auch in NRW wollen die Jäger in der neuen Saison, die Anfang Oktober begonnen hat, Wildschweine flächendeckend intensiv jagen. Das ist hier auch in Corona-Zeiten erlaubt.

Donnerstag, 10.12.2020, 08:38 Uhr aktualisiert: 10.12.2020, 08:40 Uhr
Drückjagden „zur Erfüllung des Schalenwildabschusses oder zur Seuchenvorbeugung durch Reduktion der Wildschweinpopulation“ sind auch weiterhin erlaubt.
Drückjagden „zur Erfüllung des Schalenwildabschusses oder zur Seuchenvorbeugung durch Reduktion der Wildschweinpopulation“ sind auch weiterhin erlaubt. Foto: dpa

Bislang ist die Afrikanische Schweinepest (ASP) in Deutschland nur in Brandenburg aufgetreten. Doch auch in NRW wollen die Jäger in der neuen Saison, die Anfang Oktober begonnen hat, Wildschweine flächendeckend intensiv jagen. „Niedrige Populationsdichten werden als ein zentraler Schlüssel für die Eindämmung der ASP angesehen“, hatte der Landesjagdverband (LJV) NRW erklärt.

Doch wie kann die Jagd, an der traditionell auch größere Gruppen beteiligt sind, in Corona-Zeiten überhaupt stattfinden? Eingeschränkt, wie Hanna Feldmann, Obfrau für Öffentlichkeitsarbeit beim Hegering Drensteinfurt/Walstedde, erklärt. Für NRW hat die Landesregierung eine Ausnahmeregelung erteilt, durch die Drückjagden „zur Erfüllung des Schalenwildabschusses oder zur Seuchenvorbeugung durch Reduktion der Wildschweinpopulation“ weiter erlaubt sind. „Dabei müssen allerdings die Mindestabstände eingehalten werden, an Sammelplätzen gilt die Maskenpflicht“, weiß Feldmann. Zudem seien die Jäger angehalten, mit dem eigenen Auto anzureisen. Auch die Rückverfolgbarkeit der Teilnehmer muss gewährleistet werden. Bei festen und namentlich bekannten Gruppen von höchstens fünf Personen innerhalb der Gesamtgruppe darf der Mindestabstand unterschritten werden, ist der Homepage des LJV zu entnehmen. „Drückjagden sind sehr effektiv“, weiß Hanna Feldmann. „Und um die ASP einzudämmen, muss einfach etwas getan werden.“

Gesellschaftsjagden sind unzulässig

Andere Gesellschaftsjagden sind derzeit allerdings unzulässig. Das betrifft beispielsweise die Niederwildjagd auf Hasen oder Fasane. Deren Populationen hätten sich auch schon im vergangenen Jahr gut entwickelt, berichtet Hanna Feldmann. „Man merkt, dass der Bestand gewachsen ist.“ In diesem Jahr würden, bedingt durch die Corona-Einschränkungen, die Strecken allerdings wohl geringer ausfallen, vermutet die Obfrau des Hegerings. Denn diese Jagd ist gemäß der derzeit geltenden Verordnung nur mit höchstens fünf Personen aus maximal zwei Haushalten erlaubt, so, wie es für alle anderen privaten Zusammenkünfte auch gilt.

Der Einzelansitz ist derzeit wohl die Corona-konformste Möglichkeit für Jäger, ihrem Hobby nachzugehen.

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