Corona-Schutzimpfung im Eva-von-Tiele-Winckler-Haus
„Besser als gut gelaufen“

Nordwalde -

Bewohner und Mitarbeiter des Eva-von-Tiele-Winckler-Hauses haben die erste Corona-Schutzimpfung erhalten. Helmut Averhaus war der erste, bei dem Ärztin Stephanie Brockötter die Spritze ansetzte. Die Impfaktion ist besser als gut gelaufen, sagt Einrichtungsleiterin Heike Schulz.

Sonntag, 03.01.2021, 13:44 Uhr
Ärztin Stephanie Brockötter (r.) impft im Beisein von Einrichtungsleiterin Heike Schulz Helmut Averhaus, der als erster im Eva-von-Tiele-Winckler-Haus die Corona-Schutzimpfung erhält.
Ärztin Stephanie Brockötter (r.) impft im Beisein von Einrichtungsleiterin Heike Schulz Helmut Averhaus, der als erster im Eva-von-Tiele-Winckler-Haus die Corona-Schutzimpfung erhält.

Der Arm ist ein bisschen warm, erzählt Heike Schulz: „Wie nach einer Grippe-Schutzimpfung.“ Ansonsten fühlt sie sich am Samstagabend nach ihrer Corona-Schutzimpfung gut: „Es tut nichts weh. Der Arm ist nicht angeschwollen.“ Die Leiterin des Eva-von-Tiele-Winckler-Hauses hat blendende Laune. Der Tag ist nicht nur gut gelaufen: „Es ist besser als gut gelaufen.“ 29 Bewohnerinnen und Bewohner sowie 28 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Einrichtung für Menschen geistiger Beeinträchtigung haben am Samstag die Corona-Schutzimpfung erhalten.

Nicht nur die Einrichtungsleiterin fühlt sich gut, von den Bewohnern und Mitarbeitern hat sie das Gleiche gehört. „Als ich ging, haben mir die Bewohner einhellig gesagt, dass es ihnen gut geht.“ Helmut Averhaus ist der erste, bei dem die Nordwalder Ärztin Stephanie Brockötter im Eva-von-Tiele-Winckler-Haus die Spritze ansetzt. Averhaus gehört zu den 28 von 40 Mitarbeitern, die sich impfen lassen. Von den Bewohnern werden alle geimpft, bis auf die beiden zuvor bereits an Covid-19 erkrankten, einen, der nicht geimpft werden darf, und einen, der nachgeimpft werden soll.

Logistische Herausforderung

„Wir waren ein bisschen in Sorge, wie die Bewohner das aufnehmen“, sagt Heike Schulz über die Impfaktion. „Manches können sie nur wahrnehmen, nicht kognitiv verstehen.“ Doch die Sorge stellt sich als unbegründet heraus, weil die Bewohner von den Mitarbeitern gut vorbereitet worden seien.

Nicht nur die Impfaktion an sich, schon die Vorbereitung mit Stephanie Brockötter und der Kassenärztlichen Vereinigung seien hervorragend gelaufen, sagt Schulz. Der Kreis Steinfurt habe die Einrichtung zudem gut mit Informationen versorgt. Hinter der Impfaktion steckt eine logistische Herausforderung. Rund zwei Wochen sei das Haus mit den Vorbereitungen beschäftigt gewesen. Heike Schulz habe zunächst mit dem Kreis, der Kassenärztlichen Vereinigung und Stephanie Brockötter gesprochen. Die Bewohner und Mitarbeiter seien dann über die Impfung aufgeklärt worden.

In drei Wochen wird wieder geimpft

Vor einer Woche hat Schulz die Impfdosen bei der Kassenärztlichen Vereinigung bestellt. „Am Mittwoch haben wir dann die Nachricht bekommen, dass die auch liefern können und werden.“ Der bei Minus-Temperaturen transportierte Biontech-Impfstoff lagerte im Kühlschrank. Wenn er aufgetaut ist, bleiben fünf Tage, um ihn zu verabreichen, sagt Schulz: „Solange er nicht aufgezogen und angereichert ist.“

Wenn der Impfstoff angereichert ist, muss er verabreicht werden. Damit könne dann nicht mehr herumgelaufen werden. Deshalb sind im Eva-von-Tiele-Winckler-Haus fünf Impfgruppen gebildet worden. „Man hat dann 30 Minuten Zeit, um fünf oder sechs Bewohner zu impfen“, sagt Schulz. Darum kümmern sich Stephanie Brockötter und zwei Arzthelferinnen. Das klappt am Samstag alles völlig reibungslos.

In drei Wochen wird das zweite Mal geimpft. „Vollschutz wird sieben Tage danach erreicht“, sagt Heike Schulz. An den Schutzmaßnahmen in der Einrichtung ändert die Impfung nichts. Es werden weiter FFP2-Masken getragen, Hände desinfiziert und so weiter. „Das bleibt alles wie gehabt“, sagt Schulz.

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